Paraguay: Hilfe für den Chaco

Dr. Duerksen macht starblinde Menschen sehend

Eine Frau und ein Mann in OP-Kleidung beim Operieren.
Ausbildung: Dr. Piñánez erlernt von Dr. Duerksen die Feinheiten der Operation am Grauen Star.
Foto: CBM/Kopp
In 20 Minuten wird Abrahán Zacarías wieder sehen können – länger dauert es nicht, bis Dr. Mónica Piñánez die eingetrübten Augenlinsen des alten Indianers entfernt und durch neue Kunstlinsen ersetzt hat.

Dr. Rainald Duerksen beobachtet zufrieden, wie ruhig die Ärztin in Ausbildung die Operation am Grauen Star durchführt, konzentriert den kleinen Schnitt setzt, durch den die alte Linse herausgeholt und die neue vorsichtig eingeschoben wird. Nach einigen Korrekturbewegungen sitzt sie sicher an ihrem Platz. Gute Arbeit – trotz des beständigen Lärmens der Klimaanlage, die fast vergebens gegen die flirrende Hitze ankämpft.

Zwei ältere Frauen und ein Mann mit Augenklappen sitzen auf einer Bank.
Hoffnungsvoll: Patienten wearten in Yalve Sanga auf Heilung.
Foto: CBM/Kopp
Jahrelang ersehnte Hilfe

Hier draußen im Gesundheitszentrum von Yalve Sanga mitten im Chaco, der großen paraguayanischen Savanne, sind der aus der Haupstadt angereiste Dr. Duerksen und sein Team die einzige Hoffnung auf Augenlicht. Die Patienten, die sich in den Gängen des Zentrums drängen, haben diesen Tag monate-, manchmal jahrelang herbeigesehnt. Paraguay ist groß, augenmedizinische Versorgung in den Provinzen rar, und so kann sich das Augenteam nur alle paar Monate mit seiner mobilen Ausrüstung auf den Weg in den Chaco machen.

Kliniknetz für Paraguay

Damit die Verhältnisse sich ändern, ist Dr. Rainald Duerksen unermüdlich im Einsatz. Der von deutschen Mennoniten abstammende Augenarzt arbeitet - seit 7 Jahren in enger Partnerschaft mit der CBM – an einem Traum, dem Aufbau eines Kliniknetzes in Paraguay und der Ausbildung von genügend Augenärzten, um auch der armen, oft indianischen Landbevölkerung Zugang zu augenmedizinischer Versorgung zu verschaffen.

Ein stehender Mann im Gespräch mit einer sitzenden Frau.
Dr. Duerksen im Gespräch: Die Patientin wurde erfolgreich am Grauen Star operiert.
Foto: CBM/Kopp
Jeder einzelne zählt

Menschen wie Abrahán Zacarías hat Dr. Duerksen im Sinn, wenn er begeistert und ernsthaft zugleich von seinem ambitionierten "Prográma Visión" erzählt: "Wenn wir nicht in den Provinzen tätig würden, gäbe es für viele Menschen keine Möglichkeit, eine Augenoperation zu bekommen. Den langen Weg nach Asunción können sich nur wenige leisten."

Mindestens einen Augenarzt pro Jahr will er ausbilden und im Osten Paraguays sind aus Plänen schon Gebäude geworden: In Coronel Ovieto steht bereits eine Satellitenklinik, an vier Orten sollen weitere folgen. "Damit die Masse der Bevölkerung Paraguays im Umkreis ihrer Wohnorte augenmedizinisch versorgt werden kann." Und auch wenn er von "Masse" spricht und mit Zahlen und Fakten argumentiert, verliert der Augenarzt doch nie den einzelnen Menschen aus dem Blick.

Eine lachende ältere Frau fasst einen alten Mann mit Stock an der Hand.
Wieder-Sehen: Zacarías´ Frau freut sich, dass ihr Mann wieder sehen kann.
Foto: CBM/Kopp
Glücklich - sehend!

Das zeigt sich am nächsten Morgen, als Abrahán Zacarías entlassen wird. Die Operation, auch wenn sie erfolgreich war, hat den alten Mann doch sichtlich mitgenommen, schwankend steht er da, auf seinen Stock gestützt, das operierte Auge noch bandagiert. Kein Verwandter konnte ihn abholen, und da sein Zuhause auf dem Rückweg von Dr. Duerksen liegt, nimmt dieser ihn kurzerhand in seinem Wagen mit.

Wie viele Indianer lebt Zacarias in einer der weit verstreuten Siedlungen, zu der ihnen Kinder den Weg weisen. Zacharías´ Wohnung: ein gestampfter Platz, der von einigen niedrig wachsenden Bäumen eingerahmt wird. Ein paar Hängematten und eine Feuerstelle bilden Wohnzimmer und Küche. Im Hintergrund steht ein einfacher Verschlag aus Ästen, Brettern und Wellblech, der zum Schlafen oder zum Schutz bei Regen dient.

Zacarías´ Frau Eleinei kommt ihm entgegen. Liebevoll nimmt sie ihren Mann an der Hand und führt ihn, wie jahrelang gewohnt, am Blindenstock zu seiner Hängematte. Schon in wenigen Tagen, wenn das Auge völlig abgeheilt ist, wird Abrahán Zacarías seinen Weg wieder alleine finden – dank des Augenteams aus Asunción.

Hilfe für die alte Heimat

Für die fünzig- bis hunderttausend verstreut lebenden Bewohner des Chaco lohnt sich der Bau einer eigenen Klinik nicht, daher wird Dr. Duerksen Yalve Sanga auch weiterhin Besuche abstatten. Aber darüber ist der Doktor nicht einmal unglücklich, denn er selbst ist ein Kind des Chaco, aufgewachsen in der Mennonitenkolonie Fernheim. Den Menschen seiner alten Heimat zu helfen, erfüllt ihn immer wieder mit Genugtuung und Freude.

Bitte helfen Sie mit!

Unterstützen Sie Dr. Duerksen, damit Menschen wie Abrahán Zacarías eine Augenoperation erhalten können! Eine Operation am Grauen Star kostet durchschnittlich 30 Euro, bei Kindern mit Vollnarkose 125 Euro.

Kennwort: Grauer Star
Link: Grauer Star Simulator der CBM
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