Lusaka: mobile Hilfe für Ohrenpatienten

Ohren auf, heute ist "Ohrenklinik"!

Eine Frau mit Megafon und Mikrofon im Auto
Angela macht Werbung. Allen, die noch hören können, ruft sie zu, dass morgen eine HNO-Sprechstunde stattfindet. Die, die sie nicht hören können, werden hoffentlich von ihren Familienmitgliedern und Freunden informiert.
© CBM

Helfen Sie mit: Gehörlosigkeit muss nicht sein!

Schon 10 Euro für Ohrentropfen retten das Gehör von zehn Menschen mit Mittelohrentzündung.

Mit 30 Euro im Monat kann ein gehörloses Kind eine geeignete Schule besuchen.

Zwei Hörgeräte kosten nur 100 Euro.

Kennwort: Ohr

In Sambia sind viele Menschen gehörlos. Und zwar unnötig. Der Grund? Oft werden Ohrenkrankheiten zu spät entdeckt. Damit mehr Menschen die Chance auf eine gute ohrenmedizinische Versorgung haben, kommen Angela und Charity zu ihnen.
Gewappnet mit Megafon und Flyern fahren die Gemeindehelferin und die Krankenschwester im  Auto durch das ärmliche Hauptstadtviertel Chilenje in Lusaka und kündigen die "Ohrenklinik" in der lokalen Sprache Nyanja an: "Chipatala cha matu!"

Nur zwei HNO-Abteilungen in ganz Sambia

Angela (r.) informiert mit dem Megafon über die Ohrensprechstunde, Charity verteilt Info-Flyer.
© CBM
Angela ist schon geübt. Sie arbeitet in dem gemeindenahen Rehabilitations-Programm "Cheshire Homes" und macht das öfter. Laut schallt ihre Stimme durch die Wohngebiete und über den lokalen Markt: "Wenn Sie Schmerzen in den Ohren haben, Ausfluss, einen Pfropf oder Fremdkörper im Ohr, dann kommen Sie morgen um 9 Uhr zu unserer Ohrenklinik. Ooohrenkliiinik …"
 
Charity ist heute das erste Mal dabei. Eine ungewohnte Aufgabe, denn sonst kommen die Menschen zu ihr: Charity arbeitet als Krankenschwester im "Beit CURE Children’s Hospital" in der Hals-Nasen-Ohren-Abteilung. In ganz Sambia gibt es nur zwei Krankenhäuser mit HNO-Abteilung und die CBM-geförderte Klinik ist das einzige Vollzeit-Angebot. Um mehr Menschen mit Ohrenproblemen zu finden und ihnen zu helfen, suchen Charity und ihre Kollegen nun regelmäßig in den ärmeren Vierteln nach Patienten. Für die Untersuchungen dürfen sie diesmal einen Raum der lokalen Klinik nutzen.

Immer nah am Patienten

Eine Frau untersucht die Ohren eines Kindes, das auf dem Schoß einer Frau sitzt
HNO-Ärztin Dr. Fröschl (l.) ist überzeugt: "Wir brauchen noch mehr Vorsorgeuntersuchungen."
© CBM
Es sind etliche Menschen gekommen: Die meisten könnten sich nicht mal die Transportkosten zum Krankenhaus leisten. Sie schätzen es sehr, dass jemand zu ihnen kommt. Vieles können Angela und Charity gleich vor Ort erledigen: Gehörgangs- und Mittelohrentzündungen behandeln, Ohrenschmalz ausspülen oder Ohrentropfen ausgeben. Patienten mit schwierigerer Diagnose werden ins Krankenhaus überwiesen, wo Dr. Uta Fröschl, HNO-Ärztin für die CBM, und der Audiologe Alfred Mwamba das Ohr genauer untersuchen, Hörtests machen oder operieren.

50% der Hörverluste vermeidbar

Mann mit Kopfhörer gebärdet in Richtung eines zweiten Mannes
Josphat (l.) hört fast nichts mehr. Der Audiologe Alfred Mwamba testet sein Resthörvermögen.
© CBM
Viele Menschen in Sambia wissen nicht, dass man zum Arzt gehen sollte, wenn das Ohr juckt oder schmerzt. Oder sie können sich eine Behandlung nicht leisten. Das ist fatal, denn frühzeitiges Erkennen von Ohrenkrankheiten ist enorm wichtig: 50 Prozent aller gehörlosen oder hörbeeinträchtigten Menschen  müssten es nicht sein, wenn sie rechtzeitig behandelt worden wären. Manchen kann man immer noch z.B. mit einem Hörgerät oder einer Operation helfen, bei anderen ist es zu spät. Wie bei Josphat. Der 32-Jährige hatte Tuberkulose. Medikamente gegen die Krankheit schädigten sein Innenohr und er wird nie wieder Menschen sprechen hören.

Patienten früher finden und rechtzeitig helfen

Josphats Schicksal zeigt: Alles muss darangesetzt werden, Patienten früher zu finden. Gerade überzeugt Dr. Fröschl die sambische Regierung, bei der Einschulung alle Kinder untersuchen zu lassen. Damit sie rechtzeitig geeignete Hilfe bekommen!
Helfen Sie mit: Gehörlosigkeit muss nicht sein!

Schon 10 Euro für Ohrentropfen retten das Gehör von zehn Menschen mit Mittelohrentzündung.

Mit 30 Euro im Monat kann ein gehörloses Kind eine geeignete Schule besuchen.
Zwei Hörgeräte kosten nur 100 Euro.

Kennwort: Ohr
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