CBM und OcuNet
OcuNet-Augenklinik in Chiro eröffnet
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© Kölbl/CBM
LANDSHUT/ADDIS ABEBA: Das äthiopische Radio hat es verkündet, auch über Zeitung und Fernsehen wurde informiert: Die gemeinsam von OcuNet und CBM geplante und finanzierte OcuNet-Augenklinik in Chiro/Äthiopien wurde im Februar 2009 nach fast zwei Jahren Bauzeit fertiggestellt. Das OP-Team aus Herrn Dr. Kölbl, Herrn Dr. Meßenzehl und Frau Rabauer-Fuchs aus dem OcuNet-Zentrum Landshut sind durch die Feuertaufe des ersten OP-Einsatzes gegangen.
Die Resonanz auf die Eröffnung der OcuNet-Augenklinik in Chiro/Äthiopien war überwältigend: Auf das OP-Team der OcuNet-Gruppe warteten bei ihrer Ankunft am 8. Februar 2009 bereits viele Hundert Patienten. In einem Zelt im Innenhof des Krankenhauses waren sie mit ihren Angehörigen untergekommen. Doch bevor mit den Operationen begonnen werden konnte, musste zunächst der OP startklar gemacht werden. Die Bauarbeiten waren gerade erst abgeschlossen. Viele Geräte waren zwar vorhanden, mussten aber noch installiert werden. Der unaufhörliche Zustrom an Menschen musste organisatorisch und menschlich bewältigt werden.
In Äthiopien sind Augenerkrankungen, vor allem der Graue Star, weit verbreitet. Doch ist die medizinische Infrastruktur besonders in den ländlichen Regionen denkbar schlecht. Viele Menschen sind deshalb an dieser behandelbaren Augenerkrankung erblindet und können nicht mehr für sich und ihre Familien sorgen. 130 von ihnen konnte das Landshuter Team nach der Inbetriebnahme des OPs mit einer Grauer-Star-Operation helfen. Die sich zunehmend eintrübende Linse des Auges wird dabei entfernt und die Sehschärfe mit einem Implantat oder einer Brille wiederhergestellt.
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Serina: Eine der ersten Patienten, die in der neu eröffneten Klink behandelt werden können.
© Kölbl/CBM
Auch ganz junge Patienten wurden bei dem insgesamt 10-tägigen Aufenthalt des OP-Teams in Chiro behandelt. So auch die zehnjährige Patientin Serina Kadir, die schon seit einigen Jahren unter Grauem Star leidet. Zusammen mit ihrer Mutter war sie vier Stunden zu Fuß nach Chiro unterwegs. Eine Fahrt mit dem Bus, die umgerechnet einen Euro gekostet hätte, konnte sich die Familie, wie die meisten anderen Patienten, nicht leisten. Doch spiegelt ihre Erscheinung den großen Stolz des äthiopischen Volkes wider. Trotz großer Armut und eingeschränkten Lebensverhältnissen erschienen Mutter und Tochter landestypisch geschmückt und in bunten Farben gekleidet. Nach der Operation war die Freude über das wiedergewonnene Sehvermögen der Tochter groß.
Offizielle Eröffnung der Augenklinik für zwei Millionen Menschen
Die neue Klinik liegt in einer der ärmsten und bevölkerungsreichsten Gegenden von Äthiopien. In der Umgebung von Chiro, den Regionen West Harare, Arsi und Bale, gab es bislang für rund zwei Millionen Menschen keine regelmäßige augenmedizinische Versorgung. Aufgrund dieser Mangelsituation hat sich das Gesundheitsministerium von Äthiopien für Chiro als Standort der OcuNet Klinik ausgesprochen. Der Vertreter der lokalen Gesundheitsbehörde lobte die Klinik bei der offiziellen Eröffnung am 14.2.2009 als die modernste Augenklinik des Staates. Der festliche Eröffnungsakt wurde von Tanz und Musik eingerahmt und fand großen Anklang bei den Medien des Landes, sogar das äthiopische Fernsehen hat darüber berichtet.
Das Landshuter OP-Team ist zwischenzeitlich mit vielen Eindrücken und neuen Erfahrungen wieder in Deutschland eingetroffen. „Wir haben auf diesen Einsatz in Chiro hingearbeitet und uns gefreut, vielen Menschen helfen zu können“, so das Team. Viele weitere OP-Einsätze von anderen Ärzten der OcuNet Gruppe aus Deutschland werden folgen. „Dauerhaft ist es vorrangiges Ziel, einen einheimischen Augenarzt zu finden, um die kontinuierliche augenmedizinische und augenchirurgische Versorgung in Chiro sicher zu stellen“ erläutert Herr Dr. Kölbl.





