Pressemeldung zum 21. April 2009
Jugend-forscht-Sonderpreis der CBM
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BENSHEIM/HILDESHEIM. Der diesjährige Sonderpreis der CBM "Innovationen für Menschen mit Behinderung" im Rahmen von "Jugend forscht" in Niedersachsen wurde an Dirk Göttsche verliehen. Der 18-jährige Schüler des Scharnhorst- Gymnasiums in Hildesheim entwickelte eine kostengünstige Umsetzung der Maussteuerung durch Augenbewegung.
Augenmaus erstmals erschwinglich
Mit der Maus den PC bedienen – im Berufsleben aber auch privat mittlerweile eine fast unverzichtbare Tätigkeit. Für Menschen mit einer Querschnittslähmung ist dies oft eine unüberwindbare Hürde. Zwar gibt es die benötigten Mittel bereits, um einen Computer durch Augenbewegungen zu steuern. Diese sind aber aufgrund der komplexen Technik und der geringen Produktionszahlen für die Meisten unerschwinglich.
Mit dieser Problematik setzte sich Dirk Göttsche auseinander. Für die Bedienung des Computers durch Augenbewegung ist eine Kamera und eine entsprechende Software notwendig. Göttsche wählte eine kleine Webcam zur Aufzeichnung aus. Das hat den Vorteil, dass sie am Kopf des Nutzers befestigt werden kann und dadurch die Steuerung präziser wird.
Die Bedienoberfläche des Programms besteht hauptsächlich aus einem Fenster, in dem der Livestream der Kamera angezeigt wird. Aus der Schließdauer des Auges ergibt sich die Art des auszulösenden Mausklicks. Der Computer erzeugt einen Ton, wenn er den neuen Befehl angenommen hat. Das besondere an Göttsches Entwicklung ist die Kombination neuer und bereits vorhandener Technik, was seine Augenmaus im Gegensatz zu anderen preiswert realisierbar und somit für jeden zugänglich macht.
Die CBM freut sich über das Engagement des Erfinders, moderne technische Hilfsmittel für Menschen mit Behinderungen kostengünstig bereitzustellen und belohnt dies mit ihrem Sonderpreis.
650 Millionen Menschen mit Behinderungen
Weltweit gibt es über 650 Millionen Menschen mit Behinderungen, die meisten davon leben in Entwicklungsländern. Sie sind viel stärker von gesellschaftlicher Ausgrenzung betroffen als hierzulande, ihre Ausbildungs- und Berufschancen sind denkbar schlecht. Der CBM-Sonderpreis auf Landesebene ist mit 150 Euro dotiert und zeichnet kreative Ideen und Forschungen aus, die helfen Behinderungen zu vermeiden, behinderten Menschen den Alltag erleichtern und zu mehr Chancengleichheit hier und in den Entwicklungsländern beitragen.
Ziel: selbstständigeres Leben ermöglichen
Die CBM ermöglicht Menschen mit Behinderung in rund 1.000 Projekten weltweit ein selbstständigeres Leben. Medizinische Hilfe, Rehabilitation und Integration in die Gesellschaft stehen dabei im Vordergrund, z.B. durch die Unterstützung von Augenhospitälern, Blindenschulen, Förderprogrammen für Hörgeschädigte und Körperbehinderte.
Nach Landesebene folgt auch auf Bundesebene Prämierung
Nach der Prämierung auf Landesebene haben alle Teilnehmer die Chance, den von der CBM im Rahmen von "Jugend forscht" ausgeschriebenen Bundes-Sonderpreis zu erhalten. Bevorzugt werden innovative Ideen ausgezeichnet, die sich mit den Themen Behinderung und Rehabilitation in Entwicklungsländern auseinandersetzen. Der Preis ist mit 300 Euro dotiert.
Die CBM ist ein freies Hilfswerk von Christen verschiedener Konfessionen, die der Auftrag verbindet, augenkranken, blinden und anders behinderten Menschen in den armen Ländern zu helfen. 2008 feierte die CBM ihr 100-jähriges Jubiläum.
Kontakt
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die CBM-Pressestelle: Ulrike Loos (06251 131-192), presse@cbm.de




