Niger

"Neue Beine" für Saley

Junge mit Gipsbein
© CBM
Saley hatte extreme X-Beine, mit denen er nur unter Schmerzen laufen konnte. Als er neun Jahre alt war, kam ein Mitarbeiter des CBM-geförderten Projekts PRAHN in sein kleines  abgelegenes Dorf im Südwesten Nigers. "Der Mann erzählte uns, dass mein Enkel nach einer Operation richtig laufen und in einem ,Hope House’ Training bekommen werde", erinnert sich die 80-jährige Großmutter, bei der Saley lebt.
Junge mit X-Beinen
Saleys Beine verformten sich in frühester Kindheit.
© CBM
Hilfe für Menschen in Niger
PRAHN ist die Abkürzung für das Projekt der Gemeindenahen Rehabilitation für blinde und andere Menschen mit Behinderungen in Niger (frz. "Projet de Réadaptation à Base Communautaire Aux Aveugles et Autres Personnes Handicapées du Niger"). 9.000 Menschen mit Behinderungen unterstützt PRAHN im Jahr und hilft so, Armut in dem westafrikanischen Land zu bekämpfen.
Projektmitarbeiter suchen nach Menschen mit Behinderungen auch in abgelegenen Dörfern und bieten ihnen Hilfe an, z.B. eine Operation oder Therapie. Anschließend begleiten sie diese Menschen in ihren Dörfern weiter, unterstützen sie bei Schul- oder Berufsausbildung und bei der Integration in die Dorfgemeinschaft.

"Weil ich anders war, schlugen sie mich ..."
Als Saley zwei Jahre alt war, erkrankte er an Kinderlähmung, hatte hohes Fieber. Nach ärztlicher Behandlung verschwand das  Fieber. "Doch in der Zeit danach merkten wir, dass sich seine Beine Stück für Stück verformten", berichtet die Großmutter. Erst im Alter von fünf Jahren begann Saley zu laufen. Bis dahin saß er meist in der Ecke und tat gar nichts. Als er laufen konnte, besuchte er die Schule.
Saley weiß noch ganz genau, wie das war: "Ich hatte immer Schmerzen in den Knien. Für den Weg zur Schule brauchte ich eine Stunde, die anderen Kinder schafften ihn in 15 Minuten. Ich ging immer allein nach Hause, weil sie mich auslachten. Sie schlugen mir manchmal sogar ins Gesicht und auf den Rücken. Einfach nur, weil ich anders war. In der Schule konnte ich vieles nicht mitmachen: Beim Rennen fiel ich hin und ich konnte nicht Fußball spielen", erzählt er mit traurigem Gesicht. 
Junge mit Gips und eine Frau sitzen auf einer blauen Matte neben einem Laufgestell
Saley mit seiner Großmutter - und seinem Laufgestell!
© CBM
Kind mit Gehbock
Ausdauernd übt Saley zu gehen und umrundet dabei immer wieder das "Hope House".
© CBM
Im "Hope House" wächst Hoffnung
Es dauerte zwei Jahre, bis Saleys Großmutter von der Operation überzeugt war und zustimmte. Inzwischen hatte Saley schließlich die von PRAHN vermittelte Operation an beiden Beinen. Im "Hope House", dem von der CBM unterstützten Rehabilitationszentrum, bekam er anschließend ein erstes Mobilitätstraining.
Jetzt kam Saley ins "Hope House" zurück – zur Zwischenkontrolle. Der Gips auf der rechten Seite konnte entfernt und mit der Physiotherapie begonnen werden. "Das linke Bein braucht den Gips noch etwas länger, weil es  noch sehr schwach ist", erklärt Physiotherapeut Issoufou Alzouma, der das "Hope House" leitet.

Armut schuld an Behinderung
Er weiß auch, dass die eigentliche Ursache für Saleys Behinderung in der Unterernährung des Jungen lag. Die Mitarbeiter von PRAHN legen in ihrer Aufklärungsarbeit viel Wert auf Informationen über gesunde Ernährung. "Wir sagen den Angehörigen immer, dass sie ihre Ernte nicht nur verkaufen, sondern davon auch selbst essen und ihren Kindern geben sollen", erzählt Reha-Mitarbeiter Sani.
 
Saley übt fleißig mit Laufgestell
Großmutter und Enkel sollen noch etwas länger als gewöhnlich im "Hope House" bleiben. "Wir wollen sicherstellen, dass Saley ordentlich ernährt wird. Außerdem wollen wir die Großmutter auf ihre Aufgabe als Reha-Helferin besser vorbereiten, denn sie muss daheim mit ihm regelmäßig Übungen durchführen", begründet der Physiotherapeut.
Natürlich wird sie auch Unterstützung von Reha-Mitarbeiter Sani bekommen, der in der ersten Zeit noch häufig vorbeischauen wird. Saley freut sich schon darauf, bald auch seinen zweiten Gips los zu sein. Aber auch mit Gipsbein dreht er mit seinem silbernen Laufgestell unermüdlich seine Runden um das "Hope House".
Porträt eines lächelnden Jungen
© CBM
Helfen Sie Kindern wie Saley und schenken Sie ihnen Hoffnung!

Die Rehabilitation mit Physiotherapie kostet 30 Euro im Monat.
70 Euro kostet eine Gehhilfe, um wieder laufen zu lernen.
Die komplette medizinische Behandlung eines Kindes (inkl. Transport, Operation, Physiotherapie, Verpflegung) kostet 530 Euro.

Kennwort: Reha
Link: Grauer Star Simulator der CBM
Link: Brailleübersetzer der CBM
Link: Fingeralphabet
Link: Wissenstest zum Thema Katarakt
Link: Auslegung der Monatsandacht durch Mitarbeiter der CBM
Link: Bereich für Schulen, Kirchen und Gemeinden
Link: CBM auf Facebook
Link: CBM auf YouTube
Link: Newsletter der CBM bestellen
Link: RSS der CBm abonnieren
Link: CBM Kinderpate werden