OcuNet-Verbund und CBM

Eine starke Partnerschaft für Äthiopien

Logo des OcuNet-Verbundes
Die Christoffel-Blindenmission (CBM) arbeitet eng mit OcuNet zusammen. Dieses augenärztliche Netzwerk besteht aus siebzehn großen augenchirurgischen Zentren in Deutschland. In ihm sind über 2.800 Augenärzte zusammengeschlossen. Ocunet führt alle Arten augenchirurgischer Eingriffe durch. Besonders spezialisiert ist OcuNet auf intraokulare Operationen. Dr. Bernhard Kölbl und Prof. Dr. Matthias Sachsenweger hatten als Mitbegründer von OcuNet die Idee, zusammen mit der CBM eine Augenklinik in Äthiopien zu bauen und Operationseinsätze dorthin zu organisieren.

Region nach VISION-2020-Zielen ausgesucht

Ein Arzt untersucht die Augen einer liegenden Frau
Foto: OcuNet/Schmickler
Die Zielregion war schnell gefunden. Denn seitdem im September 2002 die Kampagne VISION-2020 – das Recht auf Augenlicht in Äthiopien als einem der ersten Länder Afrikas ausgerufen wurde, gibt es dort ein funktionierendes Nationales Komitee zur Verhütung von Blindheit. Es legt fest, in welchen Regionen neue Kapazitäten für ophthalmologische Dienste geschaffen werden sollen.

Dringender Bedarf bestand für die Stadt Chiro, 330 Kilometer östlich der Hauptstadt Addis Abeba in der Oromia-Region, dem größten Bundesstaat Äthiopiens. Sie wurde Standort für das Zentrum ausgewählt, da Oromia in augenmedizinischer Hinsicht zu den am schlechtesten versorgten Regionen zählte.

Augenmedizinische Versorgung in Chiro war katastrophal

Wartende Menschen
Foto: OcuNet/Schmickler
In einem kleinen Raum im örtlichen Krankenhaus, in den gerade einmal ein Schreibtisch und eine Liege passten, behandelte eine augenärztliche Assistentin mit der augenärztlichen Ausbildung von nur einem Jahr bis zu 30 Patienten pro Tag. Es gab weder einen Augenarzt noch eine Augenkrankenschwester. Bis auf einige Instrumente, die für Trachomoperationen gebraucht wurden, war keine Ausrüstung vorhanden. Das Krankenhaus war für die augenmedizinische Versorgung von über zwei Millionen Menschen zuständig.

Das tatsächliche Einzugsgebiet umfasst jedoch geschätzte fünf Millionen Menschen. Die nächste augenärztliche Einrichtung befand sich in 200 Kilometer Entfernung. Ein Ausbau der winzigen Abteilung kam aus Platzgründen nicht infrage. Zumal die für den Operationsbetrieb notwendigen Betten nicht zur Verfügung standen. In den meisten der 100 Klinikbetten lagen bereits gleichzeitig mehrere Patienten aus den verschiedenen Fachabteilungen. Überall standen Notbetten.

Moderne Augenklinik

Ein Arzt untersucht die Augen einer Frau
Foto: OcuNet/Schmickler
Umso begeisterter waren die regionale Gesundheitsbehörde und die Leitung des örtlichen Krankenhauses über den Bau der Augenklinik, der von OcuNet und der CBM ermöglicht wurde. Die Klinik ist mit drei Operationssälen, einer Ambulanz sowie einer Station mit 20 Betten und den entsprechenden sanitären Anlagen äußerst leistungsfähig.

Der äthiopische Augenarzt Dr. Kefale leitet die Augenklinik. Er wird von den Augenärzten und OP-Schwestern von OcuNet unterstützt. Sie reisen regelmäßig nach Chiro, um Fortbildungen durchzuführen. Mittlerweile kann das Chiro-Team auch schwierige Fälle selbst operieren. Seit einem Ocunet-Training im März 2012 wird die "Cyclophakulation" zur Glaukombehandlung angewendet. Als nächstes ist der Aufbau einer Optikerwerkstatt geplant, um die Menschen in Chiro mit passenden Sehhilfen zu versorgen.

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