Pressemeldung vom 9. Oktober 2007
Kinder und Behinderte leiden am meisten
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Klaus Seyffer: Er arbeitet seit 25 Jahren für die CBM.
Foto: CBM
Derzeit ist er in der Bensheimer Zentrale verantwortlich für die von der CBM unterstützten afrikanischen Projekte. Eines seiner aktuellen Themen ist die Flut in Afrika. Unserer Redaktion stand er Rede und Antwort.
War diese Flutkatastrophe in Afrika absehbar?
Natürlich war der Zeitpunkt der Katastrophe nicht absehbar. Allerdings haben Klimaforscher und "Wetterfrösche" seit Jahren darauf hingewiesen, dass der Klimawandel in Afrika - auch noch vorangetrieben durch Abholzung - extreme Regenfälle, aber auch extreme Trockenheiten nach sich zieht.
Gibt es in CBM-geförderten Projekten Opfer?
So weit wir das jetzt überblicken nicht. Allerdings wird man erst in ein paar Wochen erfahren, was in abgelegenen, im Moment nicht zugänglichen Gehöften passiert ist. Uns liegen aber bereits teils erschütternde Berichte von Menschen mit Behinderungen vor, denen durch die Wassermassen ihre Existenzgrundlage verloren gegangen ist.
Sind Gebäude in CBM-gefördeten Projekten zerstört worden?
Nach unserem derzeitigen Wissen nicht. Es gibt aber beträchtliche Sachschäden an Brunnen, die mit Schmutzwasser vollgelaufen sind. Und uns liegen inzwischen erste Bilder vor, die in sich zusammengefallene Lehmhütten zeigen, weil sie einfach aufgeweicht wurden.
Wie wirkt sich die Flut auf die tägliche Arbeit aus?
Im Süd-Sudan zum Beispiel können wir begonnene Neubauten nicht fertigstellen, weil der Laster mit dem Baumaterial, der aus Uganda kommt, seit Tagen - zusammen mit hunderten von anderen Lastern - vor einer zerstörten Brücke steht. Und das kann dauern.
Was sind die schlimmsten Langzeit-Folgen?
Das Schlimmste für die Menschen, und hier trifft es alle Armen, ob behindert oder nichtbehindert, ist die "ersoffene" Ernte. Ich denke, dass unvorstellbare Flächen guten Bodens weggeschwemmt wurden. Dazu kommt die Tatsache, dass alle Häuser der wirtschaftlich ärmsten Menschen aus Lehm gebaut sind. Wenn der Putz nicht immer aufwendig gepflegt wurde, weichen die Mauern binnen weniger Wochen auf, die Häuser/Hütten fallen in sich zusammen. Und hier trifft es wieder zuerst die Ärmsten, einschließlich der Behinderten.
Drohen den Menschen in den Flutgebieten noch weitere Hiobsbotschaften?
Nicht zu unterschätzen ist die beginnende Malariawelle. Moskitos haben jetzt ideale Voraussetzungen, sich zu vermehren. Unzählige Menschen drohen an Malaria zu erkranken. Die Hauptleidtragenden werden die Kinder sein, und auch da wieder die Behinderten.
Wird die CBM-Notfallhilfe leisten? Welche Hilfsmaßnahmen sind konkret vorgesehen?
Wir haben unter anderem Geld für die Wiederherstellung eines vollgelaufenen Brunnens zur Verfügung gestellt, der in Kumi/Uganda ein Krankenhaus und ein Rehabilitationszentrum mit sauberem Wasser versorgen muss. Überall, wo wir dazu in der Lage sind, werden wir Moskitonetze zur Verfügung stellen, vor allem für Kinder und Behinderte. Ein weiterer Schwerpunkt unserer Hilfe wird in Westafrika sein, wo unsere Partnerorganisationen tatkräftig mithelfen, die Not zu lindern.





