Mehr als eine gute Entspannungstechnik! - Von Birgit Steittmann

Monatsandacht März 2011

Porträt einer Frau
© CBM
Birgit Steittmann ist die Koordination der CBM-Vortragsarbeit in den neuen Bundesländern.

Bei Gott allein kommt meine Seele zur Ruhe; denn von ihm kommt meine Hoffnung.
Psalm 62,6

In der „Reha“ habe ich eine Methode gelernt, um zur Entspannung zu kommen. Es kann manchmal richtig gut tun, sie anzuwenden und für kurze Zeit einfach mal abzuschalten. Danach geht es zurück in die aktuelle Situation und gerade dieser Übergang will gelernt und gestaltet sein. Vor Gott innerlich zur Ruhe zu kommen – das ist weit mehr, als nur ein christliches Relax-Programm.
Ein Psalmbeter mit unruhigem Leben
David, der Beter des 62. Psalms, hatte ein unruhiges Leben. Leidenschaften und Aufregungen, Verfolgung und Anfeindung, Bedrängnisse und Verleumdung – einiges von diesen Lebenserfahrungen deutet er in seinem Psalm an. Es war für ihn nicht immer leicht, selbst als König in Israel.
Grenzen menschlichen Handelns
Manchmal kann es gut tun, sein Herz vor einem Menschen auszuschütten; besonders, wenn dieser schweigen kann und ein Beter ist. Aber David entdeckte auch die Grenzen menschlichen Handelns (V.10–11). Er hat erlebt, dass es auch scheinbare Hilfe geben kann, die zwar Sicherheit verspricht, aber letztendlich trügerisch ist.
Große Stille bei Gott
Die tiefste Erfahrung von Ruhe und Geborgenheit machte er, wenn er betend vor dem Herrn sein Herz ausschüttete. Da erlebte er die große Stille bei Gott. Und ihm wuchsen zugleich neue Perspektiven zu. Diese Erfahrung muss sehr stark gewesen sein, denn er macht sie zum Leitmotiv seines gesamten Psalm-Liedes. Und wie ist diese große Stille? Es ist die Erfahrung von Zuflucht und Sicherheit bei Gott. „ER ist meine Burg“ - so klingt das mit den alten Worten. Diese Erfahrung wächst aus dem Vertrauen zu Gott und aus dem Glauben, dass ER mächtig, liebevoll und gnädig ist.
Auf Ruhe folgt Perspektivwechsel
Gott versteht unsere Situation wie kein anderer und ist zur Hilfe bereit. ER hat immer Möglichkeiten. Darum mache ich bei IHM auch nicht nur die Erfahrung, dass ich zur Ruhe finden kann, sondern dass meine Situation aktiv mit neuer Hoffnung und einem Perspektivwechsel verbunden wird. Wer sein Herz vor Gott ausschüttet, wird nicht nur mit innerem Frieden beschenkt, sondern auch mit der Ermutigung, positiv gestaltend und bejahend den Weg des Lebens zu gehen.
Aus Gebet erwächst Zuversicht
Beten kann das Ende von Resignation und Passivität bringen. Schicksalsergebenheit kann aus der Stille zu Gott heraus überwunden werden. Darum schreibt David neben den Gebetsliedern von Jubel und Freude, von Bitten und Klagen, von Seufzen und Flehen auch diesen besonderen Psalm, der die Erfahrung der Stille zu Gott und der daraus erwachsenden Zuversicht besingt.
Gottes vielfältige Möglichkeiten
Mir bei Gott Kraft zu holen, ist der Weg, den ich vom Psalmbeter lerne. Manchmal bin ich zwischen Bangen und Hoffen hin- und hergerissen. Dann muss ich nicht selbstquälerisch bei mir bleiben. Ich kann alles vor Gott aussprechen. Es kann helfen, zusammen mit einem anderen Christen zu beten. Oft bekomme ich dann eine Antwort von Gott. Es kann ein Satz aus einer Predigt sein oder ein Bibelvers auf einer Spruchkarte, ein Anruf meiner Freundin, die mein Problem anspricht, eine ermutigende Begegnung oder sonst irgendetwas. Gott hat viele Möglichkeiten, uns in seinen Frieden und zu neuem Vertrauen zu führen.
Und das hilft mir immer noch weiter als die gute Entspannungstechnik!
Gedanken von Birgit Steittmann
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