Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde - von Christoph Huppenbauer
Monatsandacht Januar 2011
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Christoph Huppenbauer ist Mitglied des CBM-Missionsrates und als Pastor im Kirchenkreis Rendsburg-Eckernförde tätig.
Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau.
1. Mose 1,27
Wie sieht Gott aber nun wirklich aus, männlich oder weiblich? Denn auch die Frau trägt nach biblischem Verständnis ja Gottes Bild? Wie sieht Gott aus, wenn wir Menschen so unterschiedlich sind: Alte und Kinder, schwarz und weiß, krank und gesund, gut und böse. Ist auch ein blindes und behindertes Kind aus den Slums der Großstädte ein Ebenbild Gottes?
Die Frage nach Gottes Gegenwart im Menschen ist am allerwenigsten die Frage nach seinem Aussehen: hübsch und hässlich, arm und reich, Rasse und Geschlecht sind keine Kennzeichen Gottes.
Gott sieht nicht aus wie wir, aber er will erkennbar sein durch uns. Das ist nach biblischer Überzeugung von Anfang an das Wesen und die Bestimmung des Menschen. Wenn wir menschlich sind oder zu unserer Menschlichkeit, zu unserer Humanität zurückfinden, wo wir sie verloren haben, entdecken wir die Spuren Gottes.
Am deutlichsten erkennbar ist Gott dort, wo Liebe unter uns lebendig ist und andere hineingenommen werden in diese Liebe. Wo immer wir Liebe empfangen und weitergeben, da schlägt unser Herz am reinsten, da spüren wir, was erfülltes Leben bedeuten kann und wer wir eigentlich sind: Gottes geliebte Kinder, sein Ebenbild.
Ist es nicht großartig, dass die Christoffel-Blindenmission genau da ansetzt: Liebe empfangen und weitergeben und andere hineinnehmen in diesen Kreislauf der Liebe? Gerade dort, wo Liebe oft am schmerzlichsten vermisst wird, wo sie nicht mehr die Kraft hat, neues Leben zu ermöglichen, da sind wir tätig: bei den behinderten Menschen, den Ärmsten der Armen. Was wir dort an Leben ermöglichen, kommt als Liebe zu uns zurück. Wir spüren in uns selbst das Glück, das wir anderen schenken, wenn wir uns berühren lassen von den Bildern derer, die diese Liebe empfangen haben, denen die CBM Heilung und neues Leben ermöglicht hat. Da entdecken wir „Gott selbst auf frischer Tat“ (Luther) – nicht nur dort, sondern auch bei uns.
Christoph Huppenbauer




