Presseinformation der CBM vom 27. Januar 2010

Kinder mit Behinderung schützen und stärken

Menschen mit körperlichen und seelischen Traumen brauchen Hilfe

Ein Jugendlicher trägt ein Kind
Nach dem Erdbeben in Port-au-Prince: Die Menschen helfen sich gegenseitig, so gut es geht.
© CBM/Zelenski
© CBM
PORT-AU-PRINCE/BENSHEIM. Sie gehören zu den verwundbarsten Opfern des Erdbebens: Kinder mit Behinderungen. Das Beben selber wird viele neue Fälle hervorbringen. Die CBM schätzt, dass auf ein getötetes Kind drei verletzte kommen. Viele dieser Verletzungen werden durch ihre Schwere und die schlechte hygienische und medizinische Situation zu Behinderungen führen. Dazu kommen die seelischen Wunden und Traumata, die solche Erlebnisse hinterlassen.
Die CBM will daher mit ihrem Partner CES (Centre d’ Education Speciale – Zentrum für Sonderpädagogik) in verschiedenen Stadtteilen von Port-au-Prince Tageszentren für Kinder mit Behinderungen und Verletzungen einrichten. Diese Zentren sollen ein sicherer Hafen sein für Kinder, von denen viele auf sich allein gestellt sind. Mitarbeiter des CES, das beim Beben stark beschädigt wurde, werden versuchen, den Kindern durch Spiele und pädagogische Aktivitäten wieder einen geregelten, sicheren Alltag zu ermöglichen.
Ein weiterer Fokus der CBM-Hilfe liegt auf den Menschen, die jetzt in den noch funktionierenden Krankenhäusern und von internationalen Notfallteams medizinisch versorgt werden. Schätzungen zufolge werden mehrere zehntausend Menschen aufgrund ihrer Verletzungen eine körperliche Behinderung zurückbehalten.
Schulungen für Pflegepersonal und Angehörige
Die CBM will in Zusammenarbeit mit anderen Hilfsorganisationen in den Krankenhäusern das Pflegepersonal sowie Familienangehörige von Verletzten so schulen, dass sie einfache therapeutische Reha-Maßnahmen selber durchführen können, um dadurch Langzeitschäden so gering wie möglich zu halten. Außerdem sollen an zehn Stellen in Port-au-Prince kleine, lokale Reha-Zentren aufgebaut werden, an denen Menschen mit Behinderungen und Verletzungen behandelt und in schweren Fällen an spezialisierte Einrichtungen weiterüberwiesen werden können.
All diese Maßnahmen sind so konzipiert, dass sie auch dann Bestand haben, wenn die meisten internationalen Nothelfer ihre akute Arbeit beendet haben.
 
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