Pressemeldung zum 19. Juni 2009
Jugend-forscht-Sonderpreis der CBM
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BENSHEIM/STENDAL. Der diesjährige Sonderpreis der CBM "Innovationen für Menschen mit Behinderung" im Rahmen von "Jugend forscht" in Sachsen-Anhalt wurde an drei 15-jährige Schüler des Winckelmann-Gymnasiums in Stendal verliehen. Lisa Neidhardt, Pascale Schröder und Vivien Zahn beschäftigten sich mit der Problematik von Haltungsschäden bei Kindern und Jugendlichen durch gewöhnliches Schulmobiliar und entwickelten einen ergonomischen Schulstuhl.
Volkskrankheit Rückenschmerz
Haltungsschäden bei jungen Menschen ist beinahe eine Normalität an deutschen Schulen. Die richtige Bestuhlung könnte Abhilfe schaffen, waren drei junge Forscher aus Stendal überzeugt und eigneten sich zunächst das dafür nötige physiologische Grundwissen an. Dabei stellten sie fest, dass es für gesundes Sitzen durchaus bereits Modelle gibt, diese jedoch für den Schulalltag nicht robust genug sind und durch die wichtigen Einstellmöglichkeiten eine zu große Ablenkung darstellen.
Lisa, Pascale und Vivien setzten die Ergebnisse ihrer Forschung nach einem rückenfreundlichen Schulstuhl in mehreren eigenen Modellentwürfen um. Wichtig erscheint ihnen eine sekundenschnelle, am besten automatische Anpassung des Stuhls an die individuellen anatomischen Bedürfnisse der Schüler. Außerdem sollten weder exteme Energieversorgung noch aufwendige Wartung nötig sein. Ein weiteres Ziel war es, die Preise in der Höhe konventioneller Schulstühle zu halten.
Während der Entwicklung ergab sich leider, dass die Herstellung und Bereitstellung solcher Modelle, wie die der Schüler, noch zu komplex und kostspielig sind. Die Jugendlichen sind dennoch optimistisch und halten die Umsetzung für nicht ausgeschlossen.
Die CBM freut sich über das Engagement der Forscher, die sich durch ergonomische Stuhlmodelle frühzeitig dafür einsetzen, dass Haltungsschäden und Rückenschmerzen bereits bei Schülern vorgebeugt wird und belohnt dies mit ihrem Sonderpreis.
650 Millionen Menschen mit Behinderungen
Weltweit gibt es über 650 Millionen Menschen mit Behinderungen, die meisten davon leben in Entwicklungsländern. Sie sind viel stärker von gesellschaftlicher Ausgrenzung betroffen als hierzulande, ihre Ausbildungs- und Berufschancen sind denkbar schlecht. Der CBM-Sonderpreis auf Landesebene ist mit 150 Euro dotiert und zeichnet kreative Ideen und Forschungen aus, die helfen Behinderungen zu vermeiden, behinderten Menschen den Alltag erleichtern und zu mehr Chancengleichheit hier und in den Entwicklungsländern beitragen.
Ziel: selbstständigeres Leben ermöglichen
Die CBM ermöglicht Menschen mit Behinderung in rund 1.000 Projekten weltweit ein selbstständigeres Leben. Medizinische Hilfe, Rehabilitation und Integration in die Gesellschaft stehen dabei im Vordergrund, z.B. durch die Unterstützung von Augenhospitälern, Blindenschulen, Förderprogrammen für Hörgeschädigte und Körperbehinderte.
Nach Landesebene folgt auch auf Bundesebene Prämierung
Nach der Prämierung auf Landesebene haben alle Teilnehmer die Chance, den von der CBM im Rahmen von "Jugend forscht" ausgeschriebenen Bundes-Sonderpreis zu erhalten. Bevorzugt werden innovative Ideen ausgezeichnet, die sich mit den Themen Behinderung und Rehabilitation in Entwicklungsländern auseinandersetzen. Der Preis ist mit 300 Euro dotiert.
Die CBM ist ein freies Hilfswerk von Christen verschiedener Konfessionen, die der Auftrag verbindet, augenkranken, blinden und anders behinderten Menschen in den armen Ländern zu helfen. 2008 feierte die CBM ihr 100-jähriges Jubiläum.





