Pressemeldung zum 19. Mai 2009
Jugend-forscht-Sonderpreis der CBM
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BENSHEIM/BREMEN. Der diesjährige Sonderpreis der CBM "Innovationen für Menschen mit Behinderung" im Rahmen von "Jugend forscht" in Bremen geht an Nico Döscher (17), Lara Littmann (17) und Mona Maekelnburg (16). Die Schüler der IS Paula-Modersohn-Schule in Bremerhaven erforschten, was an einer Regelschule verändert werden muss, um auch autistische Kinder unterrichten zu können.
Pädagogischer Gewinn für beide Seiten
Autismus ist eine Entwicklungsstörung des Gehirns, welche sich vor allem in Störungen des Sozialverhaltens äußert. Es gibt verschiedene Arten von Autismus. Die drei Bremerhavener Schüler entschieden sich den Schwerpunkt ihrer Arbeit auf die Integration von Kanner-Autisten zu legen, da dies ein bisher wenig erforschtes Gebiet ist. Kanner-Autismus ist ein frühkindlicher Autismus, der sprachliche Defizite, häufig geistige und teils körperliche Behinderungen mit sich bringt. Nico, Lara und Mona informierten sich umfassend über diese Behinderung und entwickelten einen Plan, der den Bedarf aufzeigt, der nötig wäre, um Kinder mit einer leichten Form des frühkindlichem Autismus an einer Regelschule zu integrieren.
Eine geringe Klassenstärke, speziell ausgerichtete Unterrichtspläne und Rückzugsmöglichkeiten wie ein extra Pausenraum werden benötigt, um den besonderen Bedürfnissen autistischer Kinder gerecht zu werden. Zusätzlich sei ein Betreuer pro Kind nötig. Die Drei planten auch eine Schülerpatenschaft für jedes autistische Kind ein. Um den Kontakt zwischen den Schülern zu stärken, sollten die ersten beiden Unterrichtsstunden immer gemeinsam mit den Schülerpaten stattfinden.
Trotz des großen Aufwands sehen die Schüler für beide Seiten einen Vorteil: nichtbehinderten Schülern wird durch den Kontakt die Angst genommen und ihr Verständnis gestärkt. Zusätzlich lernen sie Verantwortung für andere zu übernehmen und verbessern dadurch ihr Sozialverhalten. Die autistischen Kinder werden durch Kontakt zu Menschen außerhalb ihres familiären und pflegerischen Umfelds besser in die Gesellschaft integriert.
Die CBM freut sich über das Engagement der Erfinder, die sich bemühen, eine gemeinsame schulische Ausbildung von behinderten und nicht behinderten Kindern voranzutreiben und belohnt dies mit ihrem Sonderpreis.
650 Millionen Menschen mit Behinderungen
Weltweit gibt es über 650 Millionen Menschen mit Behinderungen, die meisten davon leben in Entwicklungsländern. Sie sind viel stärker von gesellschaftlicher Ausgrenzung betroffen als hierzulande, ihre Ausbildungs- und Berufschancen sind denkbar schlecht. Der CBM-Sonderpreis auf Landesebene ist mit 150 € dotiert und zeichnet kreative Ideen und Forschungen aus, die helfen Behinderungen zu vermeiden, behinderten Menschen den Alltag erleichtern und zu mehr Chancengleichheit hier und in den Entwicklungsländern beitragen.
Ziel: selbstständigeres Leben ermöglichen
Die CBM ermöglicht Menschen mit Behinderung in rund 1.000 Projekten weltweit ein selbstständigeres Leben. Medizinische Hilfe, Rehabilitation und Integration in die Gesellschaft stehen dabei im Vordergrund, z.B. durch die Unterstützung von Augenhospitälern, Blindenschulen, Förderprogrammen für Hörgeschädigte und Körperbehinderte.
Nach Landesebene folgt auch auf Bundesebene Prämierung
Nach der Prämierung auf Landesebene haben alle Teilnehmer die Chance, den von der CBM im Rahmen von "Jugend forscht" ausgeschriebenen Bundes-Sonderpreis zu erhalten. Bevorzugt werden innovative Ideen ausgezeichnet, die sich mit den Themen Behinderung und Rehabilitation in Entwicklungsländern auseinandersetzen. Der Preis ist mit 300 Euro dotiert.
Die CBM ist ein freies Hilfswerk von Christen verschiedener Konfessionen, die der Auftrag verbindet, augenkranken, blinden und anders behinderten Menschen in den armen Ländern zu helfen. 2008 feierte die CBM ihr 100-jähriges Jubiläum.
Kontakt: Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die CBM-Pressestelle: Ulrike Loos (06251 131-192), presse@cbm.de





