Pressemeldung vom 21. Mai 2007

Schülerinnen forschen über Mukoviszidose

Bild mit Aufschrift: CBM-Jugend-forscht-Sonderpreis.
BENSHEIM/POTSDAM/CHEMNITZ. Der CBM-Sonderpreis 2007 "Innovationen für Menschen mit Behinderungen" im Rahmen von "Jugend forscht" im Land Sachsen geht an zwei Schülerinnen des Kepler-Gymnasiums in Chemnitz: Sandra Seyberth (18) und Diana Mehnert (18) beschäftigten sich mit der Erbkrankheit Mukoviszidose.

Unheilbare Krankheit durch Keime verschlimmert
Der persönliche Kontakt zu Menschen, die an Mukoviszidose leiden, brachte die beiden 18-Jährigen auf die Idee, selbst Nachforschungen anzustellen. Mukoviszidose – auch oft mit CF (Cystische Fibrose) abgekürzt – ist eine bislang unheilbare Erbkrankheit mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 32 bis 35 Jahren in Mitteleuropa.

Eine Genmutation bewirkt, dass vom Körper zähflüssiger Schleim gebildet wird, der vor allem in der Lunge häufig ein Nährboden für aggressive Keime ist, unter denen CF-Patienten zusätzlich leiden. Die Mädchen interessierte besonders, inwieweit der Befall der Betroffenen durch Bakterien und Viren das Krankheitsbild verändert und den Verlauf der Krankheit negativ beeinflussen kann.

Fast zweijährige Studie liefert Daten und Erkenntnisse

Dazu legten die Nachwuchsforscherinnen allen Mukoviszidose-Ambulanzen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen einen Fragekatalog vor und werteten in ihrer fast zweijährigen Projektstudie rund 750 Fragebögen aus. Diese mitteldeutschen Daten verglichen sie dann mit den Erkenntnissen aus Gesamtdeutschland. Die gesammelten Daten und Auswertungsergebnisse werden inzwischen von den beteiligten CF-Ambulanzen genutzt und noch detaillierter untersucht.

Kleinere Ambulanzen möglicherweise gesünder

Eine aus der Studie der Mädchen gewonnene Erkenntnis ist, dass die kleinere Struktur der CF-Ambulanzen in Mitteldeutschland möglicherweise geeigneter ist, CF-Patienten vor Ansteckung durch zusätzliche Keime zu schützen, als dies bei den großen CF-Zentren in Gesamtdeutschland der Fall ist. In den kleinen Praxen würden sich die Patienten seltener gegenseitig anstecken, schlossen die Forscherinnen. Diese Nachricht führte bereits zu angeregten Debatten unter Mukoviszidose-Ärzten, da derzeit geplant ist, die mitteldeutschen CF-Ambulanzen an die Strukturen in Gesamtdeutschland anzupassen und teilweise zusammenzulegen.

Große Hoffnungen für die Zukunft
Seyberth und Mehnert hoffen, dass sich die Therapiemöglichkeiten für CF-Patienten zukünftig weiter verbessern und bald auch die Ursachen der Krankheit behandelt werden können.

Die Christoffel-Blindenmission (CBM) ist begeistert vom Engagement der beiden Mädchen, die mit ihrer Studie dazu beitragen das Leben von CF-Patienten zu verbessern und belohnt das mit dem CBM-Sonderpreis.

600 Millionen Menschen mit Behinderungen

Weltweit gibt es über 600 Millionen Menschen mit Behinderungen, die meisten davon leben in Entwicklungsländern. Sie sind viel stärker von gesellschaftlicher Ausgrenzung betroffen als hierzulande, ihre Ausbildungs- und Berufschancen sind denkbar schlecht. Der CBM-Sonderpreis auf Landesebene ist mit 150 Euro dotiert und zeichnet kreative Ideen und Forschungen aus, die helfen Behinderungen zu vermeiden, behinderten Menschen den Alltag erleichtern und zu mehr Chancengleichheit hier und in den Entwicklungsländern beitragen.

Ziel: selbstständigeres Leben ermöglichen

Die CBM ermöglicht Menschen mit Behinderung in rund 1.000 Projekten weltweit ein selbstständigeres Leben. Medizinische Hilfe, Rehabilitation und Integration in die Gesellschaft stehen dabei im Vordergrund, z.B. durch die Unterstützung von Augenhospitälern, Blindenschulen, Förderprogrammen für Hörgeschädigte und Körperbehinderte.

Nach Landesebene folgt auch auf Bundesebene Prämierung

Nach der Prämierung auf Landesebene haben alle Teilnehmer die Chance, den von der Christoffel-Blindenmission im Rahmen von "Jugend forscht" ausgeschriebenen Bundes-Sonderpreis zu erhalten. Bevorzugt werden innovative Ideen ausgezeichnet, die sich mit den Themen Behinderung und Rehabilitation in Entwicklungsländern auseinandersetzen. Der Preis ist mit 300 Euro dotiert.
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