Pressemeldung vom 27. April 2007

Saarlouiser Schüler macht Fotos ertastbar

Ein Schüler steht vor einer Leinwand, auf die das Bild der einer Wal-Schwanzflosse projiziert ist.
Bilder fühlen: Preisträger Andreas Sonntag bei der Erläuterung seines Computerprogramms.
Bild: privat
BENSHEIM/SAARLOUIS. Der CBM-Sonderpreis 2007 "Innovationen für Menschen mit Behinderungen" im Rahmen von "Jugend forscht" geht an einen Schüler des Saarlouiser Gymnasiums am Stadtgarten: Andreas Sonntag (17) entwickelte eine
Software, die es Nutzern ermöglicht, sich zweidimensionale Bilderdreidimensional darstellen zu lassen.

Statt Texten Bilder ertasten

Dass sich blinde Menschen Texte am Computer in Blindenschrift umwandeln lassen und damit selbst lesen können, ist nicht neu. Dass diese Umwandlung in Texteauch mit eingescannten Briefen, das heißt also mit Bildern möglich ist, verblüffte den 17-jährigen.

So kam der Schüler auf die Idee, ein Computerprogramm zu entwickeln, das es erlaubt, zweidimensionale Bilder in dreidimensionale Strukturen umzuwandeln. Eine spezielle Funktion ermittelt dazu die Information über die jeweilige Höhe der einzelnen Bildpunkte. Die unterschiedlichen Höhen könnten dann auf der Blindentastatur erfühlt werden.

Weiterentwicklung und Ziele

Ziel von Andreas Sonntag ist es, über eine Computer-Bildtastatur blinden Menschen zu ermöglichen, jedes beliebige Foto als 3D-Objekt ertastbar zu machen. Langfristig erhofft er sich, dass auch die Konvertierung von Videos möglich wird. Die CBM freut sich über das Engagement des 17-Jährigen, der mithilft, blinden Menschen die Welt der Sehenden zugänglich zu machen, und belohnt das mit dem CBM-Sonderpreis.

600 Millionen Menschen mit Behinderungen

Weltweit gibt es über 600 Millionen Menschen mit Behinderungen, die meisten davon leben in Entwicklungsländern. Sie sind viel stärker von gesellschaftlicher Ausgrenzung betroffen als hierzulande, ihre Ausbildungs- und Berufschancen sind denkbar schlecht. Der CBM-Sonderpreis auf Landesebene ist mit 150 € dotiert und zeichnet kreative Ideen und Forschungen aus, die Behinderungen zu vermeiden helfen, Menschen mit Behinderungen den Alltag erleichtern und zu mehr Chancengleichheit hier und in den Entwicklungsländern beitragen.

Ziel: selbstständigeres Leben ermöglichen

Die CBM ermöglicht Menschen mit Behinderung in rund 1.000 Projekten weltweit ein selbstständigeres Leben. Medizinische Hilfe, Rehabilitation und Integration in die Gesellschaft stehen dabei im Vordergrund, beispielsweise durch die Unterstützung von Augenhospitälern, Blindenschulen und Förderprogrammen für Hörgeschädigte und Körperbehinderte.

Nach Landesebene folgt auch auf Bundesebene Prämierung

Nach der Prämierung auf Landesebene haben alle Teilnehmer die Chance, den von der Christoffel-Blindenmission im Rahmen von "Jugend forscht" ausgeschriebenen Bundes-Sonderpreis zu erhalten. Bevorzugt werden innovative Ideen ausgezeichnet, die sich mit den Themen Behinderung und Rehabilitation in Entwicklungsländern auseinandersetzen. Der Preis ist mit 300 Euro dotiert.
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