Pressemeldung vom 8. Mai 2007
Über synästhetische Fähigkeiten geforscht
"Ich sehe was, was du nur hörst"
So nennt Aline Heckert ihre Studie über Synästhesie. Über einen Zeitschriftenartikel wurde sie auf das Phänomen aufmerksam und entschloss sich weiter zu recherchieren. Synästheten sind Menschen, die bei Auslösung eines Sinnesreizes, zusätzlich weitere Sinnesreize wahrnehmen.
Die häufigste Form der Synästhesie ist das Sehen von Buchstaben oder Zahlen und die gleichzeitige Wahrnehmung von Farben. Viele haben aber auch beim Hören eines Musikstückes automatisch einen bildhaften Eindruck.
Synästhesie stößt oft auf Unverständnis
Bei einem Interview mit der Synästhetin und Künstlerin Claudia Hüfner aus Frankenthal erfuhr Aline Heckert, dass viele Synästheten ihre Fähigkeit verschweigen, da sie damit in ihrem Umfeld auf Unverständnis stoßen. Bei ihrer weiteren Recherche stieß sie auf die unterschiedlichsten Angaben über die Verbreitung der Synästhesie und entschloss sich, selbst einen Test durchzuführen.
Fast die ganze Schule machte mit
Insgesamt testete Heckert 110 Personen, überwiegend Mitschüler der Klassen 6, 8, 9 und 10 der Schiller-Realschule in Frankenthal und stellte dabei fest, dass etwa jeder sechste synästhetische Veranlagungen zeigte. Nach Abschluss der Testreihe widmete sich Heckert weiter der Frage, ob Synästheten mit ihren besonderen Fähigkeiten die Arbeitswelt bereichern können und inwieweit bereits heute synästhetische Beeinflussung als Werbe- und Verkaufsstrategie eingesetzt wird.
Die Christoffel-Blindenmission belohnt das Engagement von Aline Heckert mit ihrem Sonderpreis, da ihre Studie dazu beiträgt, diese außergewöhnliche Fähigkeit weniger als Grund zur Ablehnung, sondern eher als besondere Chance wahrzunehmen.
600 Millionen Menschen mit Behinderungen
Weltweit gibt es über 600 Millionen Menschen mit Behinderungen, die meisten davon leben in Entwicklungsländern. Sie sind viel stärker von gesellschaftlicher Ausgrenzung betroffen als hierzulande, ihre Ausbildungs- und Berufschancen sind denkbar schlecht.
Der CBM-Sonderpreis auf Landesebene ist mit 150 € dotiert und zeichnet kreative Ideen und Forschungen aus, die helfen, Behinderungen zu vermeiden, die behinderten Menschen den Alltag erleichtern und zu mehr Chancengleichheit hier und in den Entwicklungsländern beitragen.
Ziel: selbstständigeres Leben ermöglichen
Die CBM ermöglicht Menschen mit Behinderung in rund 1.000 Projekten weltweit ein selbstständigeres Leben. Medizinische Hilfe, Rehabilitation und Integration in die Gesellschaft stehen dabei im Vordergrund, z.B. durch die Unterstützung von Augenhospitälern, Blindenschulen, Förderprogrammen für Hörgeschädigte und Körperbehinderte.
Nach Landesebene folgt auch auf Bundesebene Prämierung
Nach der Prämierung auf Landesebene haben alle Teilnehmer die Chance, den von der Christoffel-Blindenmission im Rahmen von "Jugend forscht" ausgeschriebenen Bundes-Sonderpreis zu erhalten. Bevorzugt werden innovative Ideen ausgezeichnet, die sich mit den Themen Behinderung und Rehabilitation in Entwicklungsländern auseinandersetzen. Der Preis ist mit 300 Euro dotiert.





