Pressemeldung vom 5. Juni 2007

Neusserinnen entwickeln mitwachsende Schuhe

Bild mit Aufschrift "Schüler experimentieren".
BENSHEIM/NEUSS. Der diesjährige CBM-Sonderpreis "Innovation für Menschen mit Behinderungen" im Rahmen von "Schüler experimentieren" der Stiftung "Jugend forscht" in Nordrhein-Westfalen wurde an drei Schülerinnen des Erzbischöflichen Gymnasiums Marienberg in Neuss verliehen: Julia Römer (13), Ines Löffler (13) und Anna-Sophie Krüger (13) scheinen, der landläufigen Meinung zum Trotz, keine große Freude am Schuhkauf zu haben. Sie entwarfen ein Schuhmodell, dass sich möglichst vielen unterschiedlichen Füßen optimal anpasst und sogar mitwachsen kann.

Eine dehnbare Sohle war die Lösung

Nach einer Umfrage zu der gängigen Schuhgröße in verschiedenen Lebensaltern, begannen die drei Schülerinnen mit dem praktischen Teil der Arbeit. Die Mädchen schnitten einen "Normalschuh" in der Mitte und dem vorderen Bereich der Sohle auseinander und testeten verschiedene Levaprenarten auf ihre Dehnbarkeit. Mit Unterstützung eines Schuhorthopäden klebten sie die neue, dehnbare Sohle anschließend zusammen und fertig war ein Schuhmodell, dass sich der jeweilige Fußgröße und Form optimal anpassen kann.

Die Christoffel-Blindenmission freut sich über das Engagement der 13-jährigen Nachwuchsforscherinnen, die sich Gedanken machten, damit Menschen auch mit nicht-normgerechten Füßen bequeme Schuhe tragen können.

600 Millionen Menschen mit Behinderungen

Weltweit gibt es über 600 Millionen Menschen mit Behinderungen, die meisten davon leben in Entwicklungsländern. Sie sind viel stärker von gesellschaftlicher Ausgrenzung betroffen als hierzulande, ihre Ausbildungs- und Berufschancen sind denkbar schlecht. Der CBM-Sonderpreis auf Landesebene ist mit 150 Euro dotiert und zeichnet kreative Ideen und Forschungen aus, die helfen Behinderungen zu vermeiden, behinderten Menschen den Alltag erleichtern und zu mehr Chancengleichheit hier und in den Entwicklungsländern beitragen.

Ziel: selbstständigeres Leben ermöglichen

Die CBM ermöglicht Menschen mit Behinderung in rund 1.000 Projekten weltweit ein selbstständigeres Leben. Medizinische Hilfe, Rehabilitation und Integration in die Gesellschaft stehen dabei im Vordergrund, z.B. durch die Unterstützung von Augenhospitälern, Blindenschulen, Förderprogrammen für Hörgeschädigte und Körperbehinderte.

Nach Landesebene folgt auch auf Bundesebene Prämierung

Nach der Prämierung auf Landesebene haben alle Teilnehmer die Chance, den von der Christoffel-Blindenmission im Rahmen von "Jugend forscht" ausgeschriebenen Bundes-Sonderpreis zu erhalten. Bevorzugt werden innovative Ideen ausgezeichnet, die sich mit den Themen Behinderung und Rehabilitation in Entwicklungsländern auseinandersetzen. Der Preis ist mit 300 Euro dotiert.
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