Pressemeldung vom 21. Mai 2007
Lüchower entwickeln Farberkennungssystem
Verschiedenfarbige Socken waren der Anlass
Die Englischlehrerin der drei Lüchower Gymnasiasten verblüffte ihre Schüler häufiger damit, dass sie Socken unterschiedlicher Farbe trug. Daraufhin angesprochen, teilte sie ihnen mit, dass sie farbenblind bezüglich solcher Farben sei und zum Beispiel den Unterschied zwischen schwarz und blau nicht erkennen könne. Das brachte die Tüftler auf die Idee ein mobiles Farberkennungssystem zu entwickeln.
Anteile von rot, grün und blau bestimmen
Bei einem Farbfernseher wird das Bild mit Hilfe von roten, grünen und blauen Punkten erzeugt, die unterschiedlich hell aufleuchten. Die Aufgabe der Drei bestand also darin, die Rot-, Grün- und Blauanteile der Farben eines Materials zu bestimmen.
Das von Stannek, Berndt und Streck entwickelte Farberkennungssystem wirft mit Hilfe von Leuchtdioden Licht in den drei Farben abwechselnd auf das zu untersuchende Material. Das reflektierte Licht fällt auf einen Fototransistor, der in Abhängigkeit von der Lichtmenge seinen Widerstand verändert. Wird nun noch die Spannung gemessen, so ist bei Dunkelheit der Widerstand des Fototransistors hoch, die Spannung klein und bei Helligkeit ist es umgekehrt. Mithilfe eines Mikrocomputers wird so die Menge der jeweiligen Farbanteile bestimmt. Die Englischlehrerin der drei trägt seither stets Strümpfe der gleichen Farbe.
Die Christoffel-Blindenmission lobt das Engagement der Schüler, die mithelfen, dass Menschen mit einer Farbsehschwäche es zukünftig leichter haben und zeichnet dies mit ihrem Sonderpreis aus.
600 Millionen Menschen mit Behinderungen
Weltweit gibt es über 600 Millionen Menschen mit Behinderungen, die meisten davon leben in Entwicklungsländern. Sie sind viel stärker von gesellschaftlicher Ausgrenzung betroffen als hierzulande, ihre Ausbildungs- und Berufschancen sind denkbar schlecht. Der CBM-Sonderpreis auf Landesebene ist mit 150 € dotiert und zeichnet kreative Ideen und Forschungen aus, die helfen Behinderungen zu vermeiden, behinderten Menschen den Alltag erleichtern und zu mehr Chancengleichheit hier und in den Entwicklungsländern beitragen.
Ziel: selbstständigeres Leben ermöglichen
Die CBM ermöglicht Menschen mit Behinderung in rund 1.000 Projekten weltweit ein selbstständigeres Leben. Medizinische Hilfe, Rehabilitation und Integration in die Gesellschaft stehen dabei im Vordergrund, z.B. durch die Unterstützung von Augenhospitälern, Blindenschulen, Förderprogrammen für Hörgeschädigte und Körperbehinderte.
Nach Landesebene folgt auch auf Bundesebene Prämierung
Nach der Prämierung auf Landesebene haben alle Teilnehmer die Chance, den von der Christoffel-Blindenmission im Rahmen von "Jugend forscht" ausgeschriebenen Bundes-Sonderpreis zu erhalten. Bevorzugt werden innovative Ideen ausgezeichnet, die sich mit den Themen Behinderung und Rehabilitation in Entwicklungsländern auseinandersetzen. Der Preis ist mit 300 Euro dotiert.





