Pressemeldung vom 4. Mai 2007

Schülerinnen erforschen Beinprothesen

Bild mit Text: "CBM-Jugend-forscht-Sonderpreis".
BENSHEIM/BREMERHAVEN: Der diesjährige CBM-Sonderpreis "Innovationen für Menschen mit Behinderungen" im Rahmen von "Jugend forscht" im Land Bremen geht an zwei Schülerinnen der Paula-Modersohn-Schule in Bremerhaven: Mona Maekelnburg (13) und Lara Littmann (14) beschäftigten sich mit dem Aufbau von Beinprothesen und wie man Menschen mit künstlichen Gliedern das tägliche Leben erleichtern kann.

Selbstversuch und Fragebogen-Aktion

Angeregt durch Laras Vater, der Orthopädiemechaniker ist, wollten die beiden Mädchen mehr über künstliche Glieder erfahren. Zunächst starteten sie einen
Selbstversuch mit einer Unterbeinprothesen-Attrappe.

Schnell stellten sie fest, dass sie für den Weg zum Supermarkt fünf mal länger brauchten als gewöhnlich. Nach kurzer Zeit stellte sich bereits ein Taubheitsgefühl ein. Das Bücken fiel schwer und auch die Mitmenschen boten keine Hilfe an. Eine Fragebogen-Aktion bei Beinprothesen-Trägern bestätigte diese Erfahrung.

Appell an Mitmenschen

Besonders spannend fanden die Mädchen darüber hinaus, dass moderne Sportprothesen sich am Bau eines Kängurubeins orientieren und bei jedem Schritt bereits die Energie für den nächsten speichern. Eine eigene neuartige Prothese zu entwickeln, stellte sich allerdings als zu komplex heraus.

Ein wichtiges Fazit ziehen die Mädchen aus ihrer Studie: Es sind häufig nicht nur die Prothesen, die den Betroffenen das Leben erschweren. Deshalb fordern sie dazu auf: "Nicht wegschauen, sondern auf die Menschen zugehen!" Die Christoffel-Blindenmission (CBM) freut sich über das Engagement der beiden Forscherinnen und belohnt das mit dem CBM-Sonderpreis.

600 Millionen Menschen mit Behinderungen

Weltweit gibt es über 600 Millionen Menschen mit Behinderungen, die meisten davon leben in Entwicklungsländern. Sie sind viel stärker von gesellschaftlicher Ausgrenzung betroffen als hierzulande, ihre Ausbildungs- und Berufschancen sind denkbar schlecht.

Der CBM-Sonderpreis auf Landesebene ist mit 150 € dotiert und zeichnet kreative Ideen und Forschungen aus, die helfen Behinderungen zu vermeiden, behinderten Menschen den Alltag erleichtern und zu mehr Chancengleichheit hier und in den Entwicklungsländern beitragen.

Ziel: selbstständigeres Leben ermöglichen

Die CBM ermöglicht Menschen mit Behinderung in rund 1.000 Projekten weltweit ein selbstständigeres Leben. Medizinische Hilfe, Rehabilitation und Integration in die Gesellschaft stehen dabei im Vordergrund, z.B. durch die Unterstützung von Augenhospitälern, Blindenschulen, Förderprogrammen für Hörgeschädigte und Körperbehinderte.

Nach Landesebene folgt auch auf Bundesebene Prämierung

Nach der Prämierung auf Landesebene haben alle Teilnehmer die Chance, den von der Christoffel-Blindenmission im Rahmen von "Jugend forscht" ausgeschriebenen Bundes-Sonderpreis zu erhalten. Bevorzugt werden innovative Ideen ausgezeichnet, die sich mit den Themen Behinderung und Rehabilitation in Entwicklungsländern auseinandersetzen. Der Preis ist mit 300 Euro dotiert.

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