Presseinformation vom 06. Juli 2010

Jahresbericht 2009

Titelseite des Jahresberichts 2009
© CBM
BENSHEIM. Gegen den allgemeinen Trend verzeichnet die CBM für das Jahr 2009 einen leichten Spendenzuwachs. Wie die in 99 Ländern tätige Entwicklungsorganisation am Dienstag (6. Juli) in Bensheim  bekannt gab, stiegen die Einnahmen um rund 280.000 Euro auf fast 40 Millionen Euro. "Das ist ein Rekordergebnis", erklärte Reinhold Behr, CBM-Direktor für Verwaltung und Finanzen. Erreicht wurde dies, weil erneut rund 550.000 Spender aus ganz Deutschland die weltweite Arbeit der CBM ermöglichten.
Zu diesem ausgezeichneten Gesamtergebnis trugen auch die steigenden Erträge von öffentlichen Geldgebern bei. So erhielt die CBM u. a. fast drei Millionen Euro vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie der Europäischen Union. Schwierig bleibt dagegen die Situation bei Nachlässen und Erbschaften, da die Auswirkungen der globalen Finanzkrise weiter zu spüren sind. Die Anzahl der Erbschaftsfälle ist im Vergleich zum Vorjahr zwar nahezu gleich geblieben, jedoch sind die Durchschnittswerte vor allem wegen der sinkenden Immobilienpreise gefallen. Dies führte zu einem Minus von rund 600.000 Euro auf 7,6 Millionen Euro.
In der Projektarbeit lautet weiterhin die übergeordnete Aufgabe, den Kreislauf von Armut und Behinderung in den ärmsten Ländern dieser Welt zu durchbrechen.
Dies geschah im vergangenen Jahr zusammen mit 732 Projektpartnern in 883 Einrichtungen wie Augenkrankenhäusern, Programmen zur Vorsorge sowie der Rehabilitation von Menschen mit Behinderung. "Insgesamt konnten wir 23,7 Millionen augenkranken, blinden, hörgeschädigten sowie körper- und geistigbehinderten Menschen helfen. Auch das ist ein Rekordergebnis", erklärte Dr. Rainer Brockhaus, CBM-Direktor für Kommunikation.
Bald zehn Millionen Operationen am Grauen Star
Das Heilen und Verhüten von vermeidbarer Blindheit ist nach wie vor eine der Hauptaufgaben der CBM. Mit über 675.000 Operationen am Grauen Star wurde in den CBM-geförderten Augenkliniken im vergangenen Jahr erneut ein Rekord erzielt. Das bedeutet, dass statistisch gesehen jede Minute mindestens eine Star-Operation erfolgte. Seit 1966, als in Afghanistan der erste Graue-Star-Patient in einem CBM-geförderten Krankenhaus operiert wurde, summiert sich die Zahl auf insgesamt
9,5 Millionen. Für dieses Jahr ist daher ein Höhepunkt in Sicht: Im Herbst wird die Zehn-Millionen-Marke an Operationen am Grauen Star in CBM-unterstützten Hospitälern überschritten. Daher ist in der zweiten Jahreshälfte eine bundesweite Kampagne unter dem Motto "Zehn Millionen Augen können wieder sehen" geplant.
Anwaltschaftliche Arbeit: Rechte von Menschen mit Behinderung stärken
Die anwaltschaftliche Arbeit ist ein zunehmend wichtiges Thema bei der CBM: Ein Meilenstein war im März 2009 die Ratifizierung der UN-Behindertenrechts-konvention durch die Bundesregierung. Dafür hatte sich die CBM mit intensiver Lobby- und Bündnisarbeit stark gemacht. Hinter der UN-Konvention steht der Gedanke der Inklusion, nach dem alle Menschen gleichberechtigt an der Gesellschaft teilhaben sollen.
Während der bislang vorherrschende Begriff der Integration lediglich innerhalb bestehender Strukturen Raum für Menschen mit Behinderungen schafft, verfolgt der Inklusionsgedanke einen anderen Ansatz: Gesellschaftliche Strukturen sollen so gestaltet werden, dass sie allen Menschen mit ihren unterschiedlichen Fähigkeiten von Anfang an besser gerecht werden. Das Gesamtziel der UN-Konvention – und der weltweiten CBM-Arbeit – ist eine inklusive Gesellschaft, in der alle Menschen dieselben Möglichkeiten, Rechte und auch Pflichten haben.
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