CBM-Botschafter Thomas Quasthoff
„Inklusion von Behinderten in die Gesellschaft sollte eine Selbstverständlichkeit sein"
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Thomas Quasthoff
© André Rival
Er gilt als einer der großen Sänger unserer Zeit. Der vierfache Grammy-Gewinner und Professor für Gesang arbeitet mit den renommiertesten Orchestern der Welt – seit Mai 2010 unterstützt Thomas Quasthoff die Christoffel-Blindenmission (CBM). Als musikalischer Botschafter engagiert er sich für die Arbeit der international tätigen Entwicklungshilfeorganisation und will seine Bekanntheit dafür einsetzen, Menschen mit Behinderungen weltweit zu helfen. „Ich möchte dazu beitragen, dass die Öffentlichkeit in Deutschland und anderen Ländern, die ich als Musiker bereise, mehr und mehr für die Ziele der CBM sensibilisiert wird.“
Zur Presseinformation "Thomas Quasthoff ist neuer Botschafter der CBM"
INTERVIEW
CBM: Herr Quasthoff, was ist für Sie das Besondere bei der CBM?
Thomas Quasthoff: „Dass sich die CBM von Deutschland aus für blinde Menschen in Afrika einsetzt, Ärzte dorthin schickt, kranke Menschen von ihren Leiden befreit. Das finde ich ganz großartig!“
CBM: Wie wollen Sie Ihre Rolle als CBM-Botschafter mit Leben füllen?
Thomas Quasthoff: „Ich möchte dazu beitragen, dass die Öffentlichkeit in Deutschland und anderen Ländern, die ich als Musiker bereise, mehr und mehr für die Ziele der CBM sensibilisiert wird; gerade auch in Zeiten der „Krise“, heißt: wenn jeder doch zunächst sehr auf sein eigenes „Wohl“ schaut ... Das kann in Form von Erwähnungen in Interviews sein, das kann mittels Benefiz-Konzerten, die wir in Deutschland planen werden, geschehen. Ich könnte mir auch vorstellen, einmal für blinde Menschen in Afrika zu konzertieren.“
CBM: Hatten Sie schon mal die Gelegenheit, ein Entwicklungsland zu besuchen? Falls ja: Was war dort ihr eindrücklichstes Erlebnis?
Thomas Quasthoff: „Ich habe bislang – neben den Konzertreisen, die mich natürlich durch die ganze Welt führten und führen - Marokko und Brasilien als privater Reisender kennengelernt. Beide Länder gehören allerdings nicht im engen Sinne zu den „Entwicklungsländern“. Elendsviertel gibt es dort natürlich auch – der Gegensatz von arm und reich war schockierend. Aber man kann auch – wenn man mit offenen Augen durch die Welt geht – die „homeless people“ in den amerikanischen Metropolen nicht aus seinem Kopf streichen, wenn man sie einmal in den Mülltonnen nach Essbarem hat suchen sehen.“
CBM: Wie sollen sich Nicht-Behinderte gegenüber Menschen mit Behinderung am besten verhalten?
Thomas Quasthoff: „Mein Lieblingswort ist TOLERANZ. Ich bin auf einem Humanistischen Gymnasium gewesen: die Grundwerte des Humanismus versuche ich in meinem Leben zu realisieren – Toleranz, Nächstenliebe (im wahrsten Sinne des Wortes) und: dass jeder Mensch lernt, ABZUGEBEN, wenn er selbst gutsituiert oder „im Überfluss“ lebt. Es geht mir um eine grundlegende Besinnung auf Werte, die das Zusammenleben zwischen Menschen bestimmen sollten. Ich bin dankbar dafür, dass ich trotz meiner körperlichen Behinderung so viel Kraft und so viel künstlerisches Talent habe, dass ich selbst in der Situation bin, anderen abgeben und helfen zu können. DAS tue ich, u.a. nun auch für die CBM.“
CBM: Was sollte man auf keinen Fall tun?
Thomas Quasthoff: „Intolerant sein.“
CBM: Was müsste man im alltäglichen Leben von Menschen mit Behinderung in Deutschland noch verbessern?
Thomas Quasthoff: „Im alltäglichen Leben sollte auf Barrierefreiheit für Rollstuhlfahrer oder gehbehinderte Menschen geachtet werden; auch darauf, dass Eingangstüren nach INNEN aufgehen. Oder, dass (neben hohen) Tresen auch niedrigere Tresen vorhanden sind. – Mir ist es einmal besonders bei einer Bank aufgefallen, die zwar im Fenster dafür warb, behindertengerechte Häuser und Wohnungen finanziell zu unterstützen, aber in der eigenen Filiale weder niedrige Beratungsgesprächs-Tresen, noch geeignete Türen, noch stufenlose Eingänge hatte. Der geplante Geld-Umtausch wurde damit für mich fast unmöglich. (Übrigens konnte ich im geschilderten Falle erreichen, dass eine Rollstuhlfahrer-Rampe gebaut wurde!).“
CBM: Welche Bedeutung hat die UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderung?
Thomas Quasthoff: „Es ist zunächst gut, dass es die UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderung seit einigen Jahren gibt! Die Inklusion von Behinderten in die Gesellschaft ist ein Anliegen, welches doch im Grunde eine Selbstverständlichkeit sein sollte. Die Humanisierung der Gesellschaft dient letztlich der Zunahme von Toleranz- und Friedensfähigkeit.“
Thomas Quasthoff: „Dass sich die CBM von Deutschland aus für blinde Menschen in Afrika einsetzt, Ärzte dorthin schickt, kranke Menschen von ihren Leiden befreit. Das finde ich ganz großartig!“
CBM: Wie wollen Sie Ihre Rolle als CBM-Botschafter mit Leben füllen?
Thomas Quasthoff: „Ich möchte dazu beitragen, dass die Öffentlichkeit in Deutschland und anderen Ländern, die ich als Musiker bereise, mehr und mehr für die Ziele der CBM sensibilisiert wird; gerade auch in Zeiten der „Krise“, heißt: wenn jeder doch zunächst sehr auf sein eigenes „Wohl“ schaut ... Das kann in Form von Erwähnungen in Interviews sein, das kann mittels Benefiz-Konzerten, die wir in Deutschland planen werden, geschehen. Ich könnte mir auch vorstellen, einmal für blinde Menschen in Afrika zu konzertieren.“
CBM: Hatten Sie schon mal die Gelegenheit, ein Entwicklungsland zu besuchen? Falls ja: Was war dort ihr eindrücklichstes Erlebnis?
Thomas Quasthoff: „Ich habe bislang – neben den Konzertreisen, die mich natürlich durch die ganze Welt führten und führen - Marokko und Brasilien als privater Reisender kennengelernt. Beide Länder gehören allerdings nicht im engen Sinne zu den „Entwicklungsländern“. Elendsviertel gibt es dort natürlich auch – der Gegensatz von arm und reich war schockierend. Aber man kann auch – wenn man mit offenen Augen durch die Welt geht – die „homeless people“ in den amerikanischen Metropolen nicht aus seinem Kopf streichen, wenn man sie einmal in den Mülltonnen nach Essbarem hat suchen sehen.“
CBM: Wie sollen sich Nicht-Behinderte gegenüber Menschen mit Behinderung am besten verhalten?
Thomas Quasthoff: „Mein Lieblingswort ist TOLERANZ. Ich bin auf einem Humanistischen Gymnasium gewesen: die Grundwerte des Humanismus versuche ich in meinem Leben zu realisieren – Toleranz, Nächstenliebe (im wahrsten Sinne des Wortes) und: dass jeder Mensch lernt, ABZUGEBEN, wenn er selbst gutsituiert oder „im Überfluss“ lebt. Es geht mir um eine grundlegende Besinnung auf Werte, die das Zusammenleben zwischen Menschen bestimmen sollten. Ich bin dankbar dafür, dass ich trotz meiner körperlichen Behinderung so viel Kraft und so viel künstlerisches Talent habe, dass ich selbst in der Situation bin, anderen abgeben und helfen zu können. DAS tue ich, u.a. nun auch für die CBM.“
CBM: Was sollte man auf keinen Fall tun?
Thomas Quasthoff: „Intolerant sein.“
CBM: Was müsste man im alltäglichen Leben von Menschen mit Behinderung in Deutschland noch verbessern?
Thomas Quasthoff: „Im alltäglichen Leben sollte auf Barrierefreiheit für Rollstuhlfahrer oder gehbehinderte Menschen geachtet werden; auch darauf, dass Eingangstüren nach INNEN aufgehen. Oder, dass (neben hohen) Tresen auch niedrigere Tresen vorhanden sind. – Mir ist es einmal besonders bei einer Bank aufgefallen, die zwar im Fenster dafür warb, behindertengerechte Häuser und Wohnungen finanziell zu unterstützen, aber in der eigenen Filiale weder niedrige Beratungsgesprächs-Tresen, noch geeignete Türen, noch stufenlose Eingänge hatte. Der geplante Geld-Umtausch wurde damit für mich fast unmöglich. (Übrigens konnte ich im geschilderten Falle erreichen, dass eine Rollstuhlfahrer-Rampe gebaut wurde!).“
CBM: Welche Bedeutung hat die UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderung?
Thomas Quasthoff: „Es ist zunächst gut, dass es die UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderung seit einigen Jahren gibt! Die Inklusion von Behinderten in die Gesellschaft ist ein Anliegen, welches doch im Grunde eine Selbstverständlichkeit sein sollte. Die Humanisierung der Gesellschaft dient letztlich der Zunahme von Toleranz- und Friedensfähigkeit.“




