Indonesien
Assma überwindet ihr Trauma nach dem Tsunami
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Traumatisiert: Assma verlor ihren Ehemann durch den Tsunami im Dezember 2004.© CBM
Assma aus Indonesien verlor im Dezember 2004 ihren Ehemann an die Wassermassen des Tsunami, als sie schon ihr gemeinsames Kind erwartete. Jahrelang kämpfte sie mit dem Trauma nach der Katastrophe. Mit Unterstützung ihrer Familie und des CBM-Projektpartners in Aceh konnte sie die ernste Psychose überwinden – nun scheint ein Morgenschimmer ins Dunkel.
Von einer Sekunde auf die andere geriet Assmas Welt ins Wanken. Mit ihrer Mutter Zainab saß sie gerade auf dem Boden ihres Hauses in Aceh Besar/Indonesien, als die Erde anfing zu beben. Verzweifelt und voller Angst hielten sich Mutter und Tochter eng umschlungen und warteten auf das Ende der schrecklichen Erdstöße. Als sie verebbten, hörte man Schreie von draußen. Menschen riefen etwas von einer riesigen Welle, die auf das Dorf zukomme. Ohne groß nachzudenken, rannte Assma mit ihren Eltern und den Nachbarn in Richtung Berge. Sie brachten sich in höheren Lagen in Sicherheit.
Nichts ist, wie es vor dem Tsunami war
Als sie Stunden später in die Stadt zurückkamen, war nichts mehr wie zuvor: Das Dach ihres Hauses fehlte, ständig kamen Nachbeben, alle hatten Angst. Am schlimmsten aber war, dass Assmas Ehemann Sawell nicht nach Hause kam und verschwunden blieb. Erst fünf Monate zuvor hatten sie geheiratet. Sie war schwanger mit dem gemeinsamen Kind. Wo war er bloß?
Schreckliche Erkenntnis - tiefe Depression
Assmas Familie zog zunächst in ein Camp. Erst als sie von ein paar Hilfsorganisationen Reis und Nudeln bekam, konnte sie sich etwas kochen. Assmas mentaler Zustand verschlechterte sich täglich. Sie lief die Straße auf und ab, um zu sehen, ob ihr Mann Sawell käme. „Ich war total verwirrt, verzweifelt und verstört“, sagt sie über sich selbst. „Ich habe nur darauf gewartet, dass Sawell kommt. Ich war überzeugt, er sei nach Malaysia geschwommen und dort in Sicherheit.“ Dann kam der Chef ihres Mannes vorbei und gab ihr zu verstehen: „Die Welle hat ihn mitgerissen.“ Jetzt erst – Tage nach dem Tsunami – erfuhr sie, dass ihr Mann nicht wiederkommen würde. Nie mehr. Die folgenden Monate waren schlimm für Assma: "Ich vernachlässigte mich, dachte nur über den Tsunami und meinen Mann nach und fiel in eine tiefe Depression."
Nichts ist, wie es vor dem Tsunami war
Als sie Stunden später in die Stadt zurückkamen, war nichts mehr wie zuvor: Das Dach ihres Hauses fehlte, ständig kamen Nachbeben, alle hatten Angst. Am schlimmsten aber war, dass Assmas Ehemann Sawell nicht nach Hause kam und verschwunden blieb. Erst fünf Monate zuvor hatten sie geheiratet. Sie war schwanger mit dem gemeinsamen Kind. Wo war er bloß?
Schreckliche Erkenntnis - tiefe Depression
Assmas Familie zog zunächst in ein Camp. Erst als sie von ein paar Hilfsorganisationen Reis und Nudeln bekam, konnte sie sich etwas kochen. Assmas mentaler Zustand verschlechterte sich täglich. Sie lief die Straße auf und ab, um zu sehen, ob ihr Mann Sawell käme. „Ich war total verwirrt, verzweifelt und verstört“, sagt sie über sich selbst. „Ich habe nur darauf gewartet, dass Sawell kommt. Ich war überzeugt, er sei nach Malaysia geschwommen und dort in Sicherheit.“ Dann kam der Chef ihres Mannes vorbei und gab ihr zu verstehen: „Die Welle hat ihn mitgerissen.“ Jetzt erst – Tage nach dem Tsunami – erfuhr sie, dass ihr Mann nicht wiederkommen würde. Nie mehr. Die folgenden Monate waren schlimm für Assma: "Ich vernachlässigte mich, dachte nur über den Tsunami und meinen Mann nach und fiel in eine tiefe Depression."
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Alltagsbewältigung: Assma kocht wieder gerne!© CBM
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Mohamod Faji (vorne): Er ist der Sonnenschein seiner Mutter und Großeltern.© CBM
Ernste Psychose nach der Geburt
Nach der Geburt ihres gesunden Jungen entwickelte sie eine schlimme Psychose. „Mein Kopf war leer. Ich hatte keine Erinnerung an die Geburt.“ Assma gab ihrem Sohn keine Milch, kümmerte sich nicht um ihn. Dann fing sie an, Stimmen zu hören und bekam Halluzinationen. „Am schlimmsten war, dass ich manchmal auch meinen Sohn hasste“, erzählt Assma. Langsam verlor sie den Kontakt zur Wirklichkeit. Auch für die Eltern war der Tsunami ein Schockerlebnis. Er hatte ihnen fast alles genommen - jetzt auch noch die Tochter. Assma verhielt sich immer seltsamer, wurde ganz unvermittelt gewalttätig. Die Eltern wussten sich nicht anders zu helfen, als die Hände ihrer Tochter zusammenzubinden. Assmas Vater hat Tränen in den Augen, als er davon erzählt.
Professionelle Hilfe für Assma
Nach der Geburt ihres gesunden Jungen entwickelte sie eine schlimme Psychose. „Mein Kopf war leer. Ich hatte keine Erinnerung an die Geburt.“ Assma gab ihrem Sohn keine Milch, kümmerte sich nicht um ihn. Dann fing sie an, Stimmen zu hören und bekam Halluzinationen. „Am schlimmsten war, dass ich manchmal auch meinen Sohn hasste“, erzählt Assma. Langsam verlor sie den Kontakt zur Wirklichkeit. Auch für die Eltern war der Tsunami ein Schockerlebnis. Er hatte ihnen fast alles genommen - jetzt auch noch die Tochter. Assma verhielt sich immer seltsamer, wurde ganz unvermittelt gewalttätig. Die Eltern wussten sich nicht anders zu helfen, als die Hände ihrer Tochter zusammenzubinden. Assmas Vater hat Tränen in den Augen, als er davon erzählt.
Professionelle Hilfe für Assma
Im „Aceh Community Mental Health Programme“ bekam die Familie dann endlich Hilfe. Das CBM-geförderte Projekt gab Assma antipsychotische Medikamente. Langsam kam sie aus ihrer Depression heraus. „Endlich hörte ich keine Stimmen mehr und schweifte nicht mehr ziellos mit meinen Gedanken ab. Ich war zum ersten Mal seit langem wieder gelassen“, so Assma. Vom CBM-Partner erhielt sie auch Milch für ihren Sohn und dringend benötigte Kleidung. Assmas Zustand verbesserte sich erkennbar.
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„Medikamente sind aber nicht die einzige Lösung für dieses Krankheitsbild“, erklärt Dr. Andrew Mohanraj, klinischer Psychiater vor Ort. „Wir bezogen Familie und Nachbarn mit ein, baten sie, Assma zu unterstützen, keinen Druck auf sie auszuüben.“ Mittlerweile ist Assma aus der Behandlung heraus und es geht ihr sehr gut. Sie geht sehr einfühlsam mit ihrem Sohn um. Als er auf ihrem Schoß sitzt, erinnert sie sich an Sawell. „Er war ein großzügiger und freundlicher Ehemann. Je älter mein Kleiner wird, umso ähnlicher sieht er ihm. Ich liebe meinen Sohn sehr, er bedeutet mir alles. Ich habe ihn Mohamod Faji genannt, denn das bedeutet Morgendämmerung eines Neubeginns.“
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Je eher ein Trauma oder eine Psychose erkannt wird, desto besser und schneller kann den Betroffenen geholfen werden.
Antipsychotische Medikamente und umfassende psychosoziale Rehabilitation kosten für eine Person pro Monat nur 15 Euro.
Kennwort: Rehabilitation
Je eher ein Trauma oder eine Psychose erkannt wird, desto besser und schneller kann den Betroffenen geholfen werden.
Antipsychotische Medikamente und umfassende psychosoziale Rehabilitation kosten für eine Person pro Monat nur 15 Euro.
Kennwort: Rehabilitation





