Indien: Mahabishnas Geschichte

Aus der Dunkelheit ins Licht

Eine Frau trägt ein kleines Mädchen.
Geborgen: Bei Mama auf dem Arm ist das kleine blinde Mädchen sicher.
Bild: CBM
Langes, schwarzes glänzendes Haar ist das Schönheitsattribut jedes indischen Mädchens. Doch Mahabishnas Kopf ist kahlrasiert – zu ihrem eigenen Schutz. Denn das zweijährige Mädchen aus Indien ist blind. Und es hört auch schlecht.
Da Mahabishna nichts sieht und schlecht hört, gerät sie oft zu dicht an die Feuerstelle, wo sie sich Haare und Kopfhaut verbrennt.

Die große Narbe am Hinterkopf zeugt noch von ihrem letzten Unfall. Als ihre Mutter Aminabagan merkte, dass Mahabishna blind war, brach für sie eine Welt zusammen: "Ich fühlte mich sehr traurig und hilflos. Die ganze Familie hatte ihre Fröhlichkeit verloren."

Kopf eines indischen Kleinkinds mit Augenverband.
Ohne Komplikationen: Die kleine Mahabishna hat die Operation gut überstanden.
Bild: CBM
Armut und Zukunftsangst

Abbas, Mahabishnas Vater, verdient als Kellner in einem Hotel gerade mal 50 Rupien am Tag – das ist weniger als ein Euro! Das Geld für eine Operation der Tochter aufzubringen, sei völlig ausgeschlossen, sagt die Mutter. "Wenn sie blind ist, wird sie nie zur Schule gehen können", klagt Aminabagan.

Und noch ein Sorge plagt die Eltern: In der indischen Kultur ist es nicht üblich, dass Frauen der unteren Gesellschaftsschichten einen Beruf ausüben, daher ist es wichtig, dass die Töchter gut verheiratet werden. Jetzt schonbefürchten Mahabishnas Eltern, dass sie keinen Mann bekommen wird. Als alleinstehende Frau hat man es in Indien schon schwer genug, aber als Frau mit einer Behinderung? Wenn sie an die Zukunft ihrer Tochter denkt, bekommt Aminabagan Angst...

Neue Hoffnung
Doch gerade als Mahabishnas Mutter verzweifeln will, geschieht etwas, das der Familie neue Hoffnung gibt: Ein Mitarbeiter der CBM kommt ins Dorf und entdeckt das blinde Mädchen. Er vermittelt den Kontakt zum "Joseph Eye Hospital" in Tiruchirapalli.

Ein paar Tage später holt er Mahabishna und ihre Großmutter ab und bringt sie ins Krankenhaus. Die Diagnose ergibt Erfreuliches: Mahabishna hat Grauen Star, der durch eine einfache Operation geheilt werden kann!

Wie neugeboren

Am nächsten Tag bekommt Mahabishna eine Vollnarkose und wird operiert. Sie ist sehr tapfer. Statt der eingetrübten Augenlinsen erhält sie klare Kunstlinsen. Nach wenigen Minuten ist alles überstanden.

Der Chirurg erklärt der Großmutter, dass es einige Zeit dauern wird, bis Mahabishnas Gehirn die neuen Sinneseindrücke – Licht, Schatten, Umrisse, Farben –, die nun auf sie einströmen werden, einordnen kann. "Es ist, als sei sie neugeboren worden", sagt Dr. Ramalingam. Und tatsächlich scheint Mahabishna nach der Verbandsabnahme erst irritiert statt erfreut zu sein.

Lachendes Kind mit Ball auf dem Arm einer Frau.
So sieht die Mama aus: Ein großer Augenblick im Leben des kleinen Mädchens.
Bild: CBM
So sieht also Mama aus ...

Doch schon nach zwei Tagen ist Mahabishna wie ausgewechselt: Es ist kaum zu glauben, dass das kleine lachende Mädchen dasselbe ist wie das weinende, ängstliche blinde Kind vor der Operation.

Zum ersten Mal kann die Zweijährige ihre Mama und ihre Oma sehen! Begeistert spielt Mahabishna mit einem kleinen roten Ball: Immer wieder wirft sie ihn in die Luft. Mahabishna wirkt glücklich und zufrieden.

Endlich ergibt die Welt um sie herum einen Sinn. Manche Menschen sagen, die Augen seien das Fenster der Seele. Unverkennbar bringt das neue Licht, das in Mahabishnas Augen fällt, auch Freude in ihr Gemüt.

Bitte helfen Sie mit!

Helfen Sie Kindern wie Mahabishna, wieder zu sehen!
Eine Operation am Grauen Star kostet durchschnittlich bei Kindern mit Vollnarkose 125 Euro!

Kennwort: Kinder-OP am Grauen Star

Link: Grauer Star Simulator der CBM
Link: Brailleübersetzer der CBM
Link: Fingeralphabet
Link: Wissenstest zum Thema Katarakt
Link: Auslegung der Monatsandacht durch Mitarbeiter der CBM
Link: Bereich für Schulen, Kirchen und Gemeinden
Link: Nothilfe für Philippinen
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