Presseinformation der CBM vom 24. September 2010

Hoffnung für Menschen mit Behinderungen

Ein Kind mit Beinschienen auf einer Rutsche
© CBM / argum / Einberger
BENSHEIM. "Es ist für uns ein bedeutender Schritt nach vorne, dass Menschen mit Behinderungen endlich bei den Millennium-Entwicklungszielen berücksichtigt werden", sagt Rainer Brockhaus, Direktor der CBM. Er begrüßt die offizielle Erklärung des Weltarmutsgipfels in New York. Hierin erkennen die Staats- und Regierungschefs erstmals ausdrücklich an, dass Menschen mit Behinderungen in die Strategien und Maßnahmen der Armutsbekämpfung mit einbezogen werden müssen.
Trotz dieses ersten Erfolgs werde man jedoch nicht nachlassen, sich für Menschen mit Behinderungen in den ärmsten Ländern der Welt stark zu machen, betont Brockhaus: "Wir müssen sicherstellen, dass die politischen Versprechen nun auch durch Taten untermauert und die Regierungen in die Verantwortung genommen werden." Dafür werde sich die CBM auch weiterhin zusammen mit Menschen mit Behinderungen und ihren Organisationen einsetzen.
Staatsoberhäupter aus der ganzen Welt hatten auf dem Gipfel in New York die Fortschritte der Millennium-Entwicklungsziele überprüft und eine Zwischenbilanz gezogen. Bei fast allen gesteckten Zielen ist die Weltgemeinschaft noch weit davon entfernt, sie bis zum Jahr 2015 zu erreichen. Eines der Ziele ist die Grundschulbildung für alle. Hier wurden zwar einige Fortschritte erzielt, aber solange Kinder mit Behinderungen nicht ausdrücklich einbezogen werden, ist nach Ansicht der CBM auch dieses Ziel nicht erreichbar.
Die Bundeskanzlerin hatte in ihrer offiziellen Erklärung Menschen mit Behinderungen nicht erwähnt. "Wir bedauern dies", sagt der CBM-Direktor und verspricht, dass die CBM in ihren Forderungen nicht nachlassen werde.
Denn zehn Prozent aller Menschen weltweit haben eine Behinderung. Sie sind damit die größte Minderheit überhaupt. 80 Prozent von ihnen leben in Entwicklungsländern. "Deshalb müssen Armutsbekämpfungsprogramme unbedingt so gestaltet werden, dass sie für Menschen mit Behinderungen zugänglich sind", betont Brockhaus.
Mehr als 100 Jahre Erfahrung in der Hilfe für Menschen mit Behinderung
Die Christoffel-Blindenmission unterstützt weltweit fast 900 Projekte in 99 Ländern. Das Hauptziel der internationalen, christlichen Entwicklungsorganisation ist es, die Lebensqualität der ärmsten Menschen dieser Welt zu verbessern, die behindert sind oder Gefahr laufen, behindert zu werden. 2009 wurden durch die CBM rund 24 Millionen Menschen mit Behinderungen behandelt, gefördert oder betreut. Die CBM ist von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Fachorganisation anerkannt und hat seit 2002 Beraterstatus bei den Vereinten Nationen. Vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) wird die CBM seit 1993 zu den anerkannten und empfohlenen Spendenwerken gezählt.
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