Pressemitteilung vom 26. April 2010

Erfolgreichster blinder Langstreckenläufer in Hannover

Henry Wanyoike läuft im April und Mai in Deutschland und besucht Schulen

Brustbild zweier Läufer in gelben Trikots
Morgenpost Dresden Marathon 2008: Henry Wanyoike mit seinem Begleitläufer Joseph Kibunja beim 10-km-Lauf
© CBM / Meyer
Der mehrfache Paralympicssieger Henry Wanyoike aus Kenia geht am 2. Mai beim TUIfly Marathon Hannover über die Halbmarathonstrecke an den Start. Bereits in den vergangenen Jahren hatte der Botschafter der Christoffel-Blindenmission (CBM) und des Internationalen Paralympic Committees (IPC) für großes Interesse in Hannover gesorgt.
2005 belegte er in Hannover den dritten Platz mit einer Zeit von 1:11:26. Bei denParalympics 2008 gewann Henry Bronze in 15:47 über 5000 Meter.

Vorträge in Schulen
Während seines Deutschlandaufenthalts besucht er verschiedene Schulen, um den Kinder und Jugendlichen von seinem Leben zu berichten. Am Freitag, 30. April ist er ab 12 Uhr am Gymnasium Mellendorf in Wedemark, am Montag, 3. Mai, besucht er ab 9 Uhr die Grundschule Otze in Burgdorf-Otze. Neben seinem Vortrag ist auch ein gemeinsames Lauftraining mit den Schülern und Schülerinnen geplant.
Urplötzliche Erblindung im Alter von 21 Jahren
Der erfolgreichste blinde Langstreckenläufer verlor 1995 sein Augenlicht. Mit Hilfe der CBM baute er sich ein neues Leben auf. Als CBM-Botschafter macht er heute mit seinen Läufen in aller Welt – zuletzt bei den Paralympics in Peking - auf die Belange blinder und sehbehinderter Menschen aufmerksam. - Als Henry Wanyoike im Mai 1995 klar wurde, dass er sein Augenlicht für immer verloren hatte, brach für den damals 21-jährigen Kenianer eine Welt zusammen: Im CBM-geförderten Augenhospital in Kikuyu stellten die Ärzte die Diagnose. "Es dauerte zwei Wochen, bis ich das akzeptieren konnte", erinnert sich der Sportler heute. "Nachdem mir klar war, dass ich wirklich dauerhaft blind bin, bekam ich psychische Probleme: Ich konnte mich auf nichts mehr konzentrieren." Mit Hilfe der deutschen CBM-Mitarbeiterin Petra Verweyen bekam er im Laufe von zwei Jahren sein Leben wieder in den Griff.

Erfolgreicher Sportler
Heute ist Henry nicht nur mental, sondern auch körperlich wieder in Hochform und eilt als Langstreckenläufer von Erfolg zu Erfolg. Mit der Zeit erlebte der sportlich ambitionierte Kenianer, dass er auch als blinder Mensch Erfolge in internationalen Wettkämpfen erzielen kann. "Ich denke, meine Erblindung war ein Segen", erklärt er, "Menschen fühlen sich durch mich ermutigt."
 
CBM-Botschafter
Auch heute noch ist Henry Wanyoike der CBM verbunden: "Ohne die CBM hätte ich nicht erreicht, was ich erreicht habe", sagt der bescheidene Kenianer und CBM-Botschafter. Er gibt sogar anderen blinden Menschen etwas von der Hilfe zurück, die er selbst erhalten hat: Besonders bei Fällen von Neuerblindung wird Henry für die seelische Unterstützung der Patienten an die Klinik von Kikuyu gerufen.
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