Jürgen Klimke
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Jürgen Klimke
Die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen ist im Mai 2008 in Kraft getreten. In Deutschland wird gerade daran gearbeitet, dass sie bis zum Ende dieses Jahres auch ratifiziert wird. Es geht darin nicht darum, neue spezielle Rechte für behinderte Menschen zu schaffen, sondern die bestehenden Menschenrechte für behinderte Menschen zugänglich und anwendbar zu machen. Einzigartig ist, dass die Rechte behinderter Menschen damit erstmals weltweit festgeschrieben werden.
Aber immer noch sind in den Millenniumsentwicklungszielen, auf die sich die UN-Staaten geeinigt haben und durch die die weltweite Armut bis 2015 halbiert werden soll, behinderte Menschen mit keinem Wort erwähnt. Der frühere Weltbankchef Wolfensohn sagte bereits: „Wenn wir es nicht schaffen, behinderte Menschen voll in die Entwicklungszusammenarbeit zu integrieren, dann wird es unmöglich sein, die weltweite Armut bis 2015 zu halbieren, oder jedem Mädchen und Jungen eine Schulbildung zu ermöglichen.“ Diesen Worten kann ich nur voll und ganz zustimmen.
In den Entwicklungsländern wird deutlich, wie Armut und Behinderung einen Teufelskreis bilden: arme Menschen werden häufiger behindert, da sie sich nicht die notwendigen Medikamente im Krankheitsfall oder eine gute Ernährung und Wasser leisten können. Wenn Menschen dann behindert sind, haben sie es viel schwerer, eine Arbeit zu finden, die ihr Auskommen sichert.
Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit bemüht sich deshalb intensiv um das Thema Menschen mit Behinderungen. Ich selbst habe erst kürzlich entsprechende Projekte in Saigon/Vietnam und Kalkutta/Indien besucht. Ich setze mich jedoch darüber hinaus dafür ein, dass die Hilfe für behinderte Menschen im Sektor Gesundheit der deutschen Entwicklungszusammenarbeit ausgebaut wird.
Alle Bemühungen der nationalen und internationalen Entwicklungspolitik können letztlich nicht viel ausrichten, wenn es keine Organisationen wie die Christoffel-Blindenmission gibt, die den Kreislauf von Armut und Behinderung vor Ort durchbrechen, indem sie Gesundheitsdienste anbieten, Bildung und Ausbildung fördern und sich für die volle gesellschaftliche Teilhabe behinderter Menschen einsetzen. Die CBM erfüllt diese Aufgabe in einer herausragenden Weise seit nunmehr 100 Jahren.
Ich möchte der Blindenmission und ihren Mitarbeitern auf diesem Wege herzlich für ihr Engagement danken und hoffe, dass sie auch in Zukunft so hervorragende Arbeit leisten wird, wie bisher – denn wir brauchen sie weiterhin!





