Dr. Sasche Raabe

Rund zwei Drittel der weltweit geschätzten etwa 600 Millionen Menschen mit Behinderung leben in Entwicklungsländern. Gerade in den besonders armen, den am wenigsten entwickelten Ländern, wo große Teile der Bevölkerung tagtäglich um das eigene Auskommen oder sogar das nackte Überleben kämpfen, werden diese Menschen all zu oft vergessen und an den Rand der Gesellschaft gedrängt.

Es liegt an uns, die wir das Glück hatten, in wohlhabendere Verhältnisse hineingeboren worden zu sein, dieser Ausgrenzung entgegenzuwirken. Was ist zu tun? Wenn man bedenkt, dass etwa drei Viertel der weltweiten Fälle von Blindheit vermeidbar wären, wenn man sie denn nur rechtzeitig behandeln würde, und ca. 90 Prozent dieser vermeidbaren Blindheitsfälle in Entwicklungsländern auftreten, dann ist klar, dass wir zum einen alles daran setzten müssen, den Menschen in Entwicklungsländern einen besseren Zugang zu medizinischer Versorgung zu ermöglichen.

Zum anderen müssen wir aber auch dafür sorgen, dass Menschen mit Behinderung die gleichen Chancen erhalten wie nicht behinderte, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Für viele ist eine Behinderung noch immer ein Teufelskreis, aus dem sie trotz aller Anstrengung nicht herauskommen. So sind Menschen mit Behinderung in höherem Maße von fehlender Schulausbildung und somit von Arbeitslosigkeit und Armut betroffen. Das ist nicht akzeptabel.

Es müssen die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass auch behinderte Kinder zur Schule gehen und einen Beruf erlernen können. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit hat in den vergangenen Jahren bereits einiges erreichen können, indem sie in den Partnerländern ihren Beitrag in den Bereichen Gesundheit, Bildung und soziale Sicherung geleistet hat.

Ohne das großartige Engagement der vielen Helferinnen und Helfer in den Nichtregierungsorganisationen aber wäre die staatliche Entwicklungszusammenarbeit schnell am Ende ihrer Möglichkeiten.

Ich bin der Christoffel-Blindenmission daher sehr dankbar, dass sie nunmehr schon im hundertsten Jahr ihres Bestehens nicht müde wird, an der Lösung der Probleme mitzuarbeiten. Allen, die im Namen der Christoffel-Blindenmission in der Welt unterwegs sind, um Menschen mit Behinderung Hoffnung und Kraft zu geben, gebührt unsere Anerkennung.
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