Fidea Mussa, CBM-Augenkrankenschwester in Tansania:
Glückliche Patienten - was gibt es Schöneres?
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Fidea Mussa (2.v.r.) ist seit 1973 Augenkrankenschwester im CBM-geförderten Kilimandscharo-Hospital in Tansania.© CBM / argum / Einberger
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Krankenschwester mit Leib und Seele: Fidea Mussa.© CBM
Wie keine andere kennt Fidea Mussa die augenmedizinische Arbeit der CBM-Partner in Tansania, denn sie ist eine der dienstältesten OP-Krankenschwestern. In ihren bald 40 Berufsjahren seit 1973 hat sie viel erlebt:
"In den Siebzigern ging alles viel bescheidener zu als heute. Wir hatten z.B. keine Handschuhe bei den OPs und so haben wir unsere Hände immer ganz gründlich waschen müssen, bevor wir in den OP-Saal gingen. Wir hatten auch keine Fäden zum Vernähen. Die Katarakt-Patienten mussten damals etwa sieben Tage auf dem Rücken liegen, ohne ihren Kopf zu drehen, damit die Wunde heilte und keine Komplikationen auftraten. Sie waren immer ziemlich ungeduldig und konnten es kaum erwarten, sich endlich umzuschauen.
Patienten dürfen den Kopf bewegen
Heute ist das alles anders: Häufig muss man gar nicht mehr nähen, weil der Schnitt so dünn und lang ist, dass er sich durch den Augendruck selbst wieder schließt. Und wenn doch genäht wird, darf der Patient von Anfang an seinen Kopf bewegen – das ist kein Problem mehr. Aber die Nähte gab’s fast nur in den Achtzigern. Am Anfang sehr dicke Fäden, später ganz dünne, wie wir sie auch heute noch benutzen. Die OP-Instrumente sind ebenfalls viel feiner geworden.
Patienten dürfen den Kopf bewegen
Heute ist das alles anders: Häufig muss man gar nicht mehr nähen, weil der Schnitt so dünn und lang ist, dass er sich durch den Augendruck selbst wieder schließt. Und wenn doch genäht wird, darf der Patient von Anfang an seinen Kopf bewegen – das ist kein Problem mehr. Aber die Nähte gab’s fast nur in den Achtzigern. Am Anfang sehr dicke Fäden, später ganz dünne, wie wir sie auch heute noch benutzen. Die OP-Instrumente sind ebenfalls viel feiner geworden.
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Dr. Joseph Taylor, CBM-Pionier in medizinischer Augenarbeit in Afrika.© CBM
Genug Licht dank Autobatterie
Damals kam ich mit Dr. Joseph Taylor vom Mvumi-Hospital in der Mitte Tansanias nach Moshi. Er hatte mich in Mvumi als OP-Schwester ausgebildet und wollte, dass ich ihn zum neuen Krankenhaus in der Nähe des Kilimandscharos begleitete. Am Anfang sind wir oft zu den abgelegensten Plätzen gereist, um Patienten in Krankenhäusern, Schulen und manchmal sogar Kirchen zu operieren, wenn gerade kein anderes Gebäude verfügbar war. Meistens haben wir Trachom- oder Katarakt-Patienten operiert. Manchmal gab es keinen Strom und selbst wenn welcher da war, gab es oft Stromausfälle. Dann haben wir die Autobatterie angezapft und ein Kabel zum improvisierten OP-Tisch gelegt, damit wir genug Licht für die Operationen hatten. Heute wird Grauer Star in Tansania nur noch in Krankenhäusern operiert.
Verhängnisvoller Flug
Eine Reise werde ich allerdings nie vergessen. CBM-Ophthalmologin Dr. Marilyn Scudder und ich waren auf einem Flug zu einem total abgelegenen Hospital. Plötzlich verlor das Flugzeug rasant an Höhe, es ist in die Tiefe geschossen! Der Pilot hat uns ganz knapp das Leben gerettet. Er konnte irgendwie landen. Bevor wir uns also um die Patienten kümmerten, beschwor ich den Piloten, das Flugzeug zu checken oder ich würde nicht mehr mit zurückfliegen. Während wir im Hospital arbeiteten, checkte der Pilot die Maschine und lud sechs Umstehende zu einem Testflug ein. Kurz nach dem Start fing das Flugzeug Feuer. Sie schafften es gerade noch zu landen, aber zwei Passagiere waren sofort tot. Die anderen hatten starke Verbrennungen erlitten, sie starben nach einer Weile im Krankenhaus. Das war das Schlimmste, was mir je passiert ist in all diesen Jahren. Aber glücklicherweise ist so was danach nie wieder passiert.
Damals kam ich mit Dr. Joseph Taylor vom Mvumi-Hospital in der Mitte Tansanias nach Moshi. Er hatte mich in Mvumi als OP-Schwester ausgebildet und wollte, dass ich ihn zum neuen Krankenhaus in der Nähe des Kilimandscharos begleitete. Am Anfang sind wir oft zu den abgelegensten Plätzen gereist, um Patienten in Krankenhäusern, Schulen und manchmal sogar Kirchen zu operieren, wenn gerade kein anderes Gebäude verfügbar war. Meistens haben wir Trachom- oder Katarakt-Patienten operiert. Manchmal gab es keinen Strom und selbst wenn welcher da war, gab es oft Stromausfälle. Dann haben wir die Autobatterie angezapft und ein Kabel zum improvisierten OP-Tisch gelegt, damit wir genug Licht für die Operationen hatten. Heute wird Grauer Star in Tansania nur noch in Krankenhäusern operiert.
Verhängnisvoller Flug
Eine Reise werde ich allerdings nie vergessen. CBM-Ophthalmologin Dr. Marilyn Scudder und ich waren auf einem Flug zu einem total abgelegenen Hospital. Plötzlich verlor das Flugzeug rasant an Höhe, es ist in die Tiefe geschossen! Der Pilot hat uns ganz knapp das Leben gerettet. Er konnte irgendwie landen. Bevor wir uns also um die Patienten kümmerten, beschwor ich den Piloten, das Flugzeug zu checken oder ich würde nicht mehr mit zurückfliegen. Während wir im Hospital arbeiteten, checkte der Pilot die Maschine und lud sechs Umstehende zu einem Testflug ein. Kurz nach dem Start fing das Flugzeug Feuer. Sie schafften es gerade noch zu landen, aber zwei Passagiere waren sofort tot. Die anderen hatten starke Verbrennungen erlitten, sie starben nach einer Weile im Krankenhaus. Das war das Schlimmste, was mir je passiert ist in all diesen Jahren. Aber glücklicherweise ist so was danach nie wieder passiert.
Verbandabnahme: Freude pur!
Viele Operationen sind für uns mittlerweile Routine, aber trotzdem ist immer ein Risiko dabei. Vor allem wenn wir einen Menschen operieren, der schon ein Auge verloren hat. Dann halte ich immer die Luft an und hoffe, dass alles gut geht. Natürlich sind die Patienten aufgeregt, wenn sie in den OP-Raum kommen. Da liegt es dann an uns, ihnen Sicherheit zu vermitteln. Ich besuche sie gern auf der Station, wenn der Verband am Tag nach der OP abgenommen wird. Das ist Freude pur! Wenn die Patienten glücklich sind, dass sie wieder sehen können – was gibt es Schöneres?!"
Viele Operationen sind für uns mittlerweile Routine, aber trotzdem ist immer ein Risiko dabei. Vor allem wenn wir einen Menschen operieren, der schon ein Auge verloren hat. Dann halte ich immer die Luft an und hoffe, dass alles gut geht. Natürlich sind die Patienten aufgeregt, wenn sie in den OP-Raum kommen. Da liegt es dann an uns, ihnen Sicherheit zu vermitteln. Ich besuche sie gern auf der Station, wenn der Verband am Tag nach der OP abgenommen wird. Das ist Freude pur! Wenn die Patienten glücklich sind, dass sie wieder sehen können – was gibt es Schöneres?!"




