Meldung vom 24. Juni 2009

Gipfelstürmer mit Mission

Zwei Männer mit Sonnenbrille
Henry Wanyoike (links) und Jörg von de Fenn
© Jörg von de Fenn
BENSHEIM/POTSDAM. Wenn der Wahl-Memminger Jörg von de Fenn (39) von seiner Leidenschaft, dem Bergsteigen, berichtet, stockt den meisten Zuhörern erst einmal der Atem. Denn der begeisterte Sportler ist seit seinem 21. Lebensjahr blind.

Die Tour
Den Kilimandscharo und den Großglockner hat er schon bezwungen – nun macht er sich zum Elbrus (5642 Meter) auf. Vom 19. bis 26. Juni wird er mit einem Team die Besteigung des höchsten Bergs des europäischen Kontinents in Angriff nehmen. Diesmal steht nicht nur der sportliche Erfolg auf seinem Plan. Seit Jörg von de Fenn den schnellsten blinden Langstreckenläufer der Welt und CBM-Botschafter, Henry Wanyoike, kennen gelernt hat, bewegt ihn eine weitere Mission: Auf die Lebensumstände von blinden Menschen in Entwicklungsländern aufmerksam machen und um konkrete Unterstützung werben.
Zum Beispiel für das CBM-geförderte Sehbehindertenprogramm in Kikuyu/Kenia, das auch dem Läufer Wanyoike seinen Lebensmut und das Rüstzeug mitgab, das ihn zu seinen sportlichen Höchstleistungen befähigt.
Von de Fenns Lebensmotto "Der Blinde kann alles, wenn er die richtige Assistenz hat", passt genau zu den inklusiven Strategien der Christoffel-Blindenmission, die ein gemeinsames Leben und Lernen von behinderten und nicht-behinderten Menschen fördern wollen.
Das Programm für Sehbehinderte am Kikuyu-Augenhospital wurde 1994 ins Leben gerufen. "Low-Vision-Dienste" umfassen die medizinische, pädagogische und rehabilitative Versorgung sehbehinderter Menschen. In der Low-Vision-Klinik in Kikuyu werden vor allem Kinder untersucht und mit Hilfsmitteln versorgt, es werden Therapien für sie erarbeitet und Eltern beraten.  In 14 ambulanten Low-Vision-Stationen werden ebenso Menschen regelmäßig untersucht und betreut. Im Jahr 2007 waren in der Klinik und in den Außenstationen über 13.000 Patienten, die die Dienste des Projekts beanspruchten.
Die CBM unterstützt weltweit fast 1000 Projekte in 105 Ländern. Das Hauptziel der internationalen, christlichen Entwicklungsorganisation ist es, die Lebensqualität der ärmsten Menschen dieser Welt zu verbessern, die behindert sind oder in der Gefahr stehen, behindert zu werden. Im Jahr 2008 wurde sie 100 Jahre alt. Zwölf CBM-Regionalbüros weltweit assistieren den derzeit 759 Partnerorganisationen bei der Bereitstellung ihrer Dienste für Menschen mit Behinderungen.
Zwei Personen auf einem schneebedeckten Berggipfel
Jörg von de Fenn mit seiner Begleiterin Oxana am 23. Juni 2009 auf dem Gipfel des Elbrus (Kaukasus), dem mit 5642 m höchsten Punkt Europas.
© Jörg von de Fenn
Geschafft
Am 23. Juni um 12.15 Uhr Ortszeit hat Jörg von de Fenn den höchsten Punkt des europäischen Kontinents erreicht, den Elbrus mit 5642 m.

Mit seinem Bergführer Igor und Begleiterin Oxana startete er am Samstag (20.06.) aus Terskol zur Akklimatisationstour zum Cheget mit seinem Gipfel Cupola (3400m). Am 21. Juni ging es zum Garbaschi in ca. 3800 m Höhe. Nächstes Ziel waren am 22. die Pastuchov-Felsen in 4700 m. Am 23. Juni ging es dann zum Westgipfel des Elbrus.
Weitere Informationen finden Sie hier: www.von-de-fenn.eu
Link: Grauer Star Simulator der CBM
Link: Brailleübersetzer der CBM
Link: Fingeralphabet
Link: Wissenstest zum Thema Katarakt
Link: Auslegung der Monatsandacht durch Mitarbeiter der CBM
Link: Bereich für Schulen, Kirchen und Gemeinden
Link: Nothilfe für Philippinen
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