Grauer Star ist heilbar - bei allen anderen gibt es ein Zuspät
Fünf häufige Formen von Blindheit
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Gute Chancen: Millionen Menschen könnten nach einer Operation am Grauen Star wieder sehen.© CBM
Grauer Star
Vorkommen: Fast 20 Millionen Menschen – vor allem in Asien und Afrika – sind daran erblindet. Damit ist Grauer Star die häufigste Blindheitsursache.
Ursachen: Zum einen der Altersstar, meist hervorgerufen durch Stoffwechselerkrankungen und Alterung des Gewebes, zum andern kann er aber auch angeboren oder vererbt sein (u.a. durch Röteln in der Schwangerschaft) bzw. durch Verletzungen entstehen.
Behandlung: Starblinden Menschen – die Hälfte aller an einer Augenkrankheit Erblindeten – kann durch eine Operation das Augenlicht wiedergegeben werden. Dabei wird die hinter der Pupille liegende, lichtundurchlässig gewordene Linse entfernt. Mit einer Starbrille bzw. Implantation einer künstlichen Linse können die Operierten wieder sehen. Durchschnittliche Kosten in Entwicklungsländern: 30 Euro, bei Kindern rund 125 Euro. In CBM-geförderten Hospitälern wurden 2010 rund 644.000 Star-Operationen durchgeführt. Im Jahr 2010 feierte die CBM die zehnmillionste Operation am Grauen Star in CBM-geförderten Projekten.
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Irreversibel: Durch Trachom kommt es zur Schädigung der Hornhaut.© CBM / argum / Einberger
Trachom
Vorkommen: 84 Millionen Kinder, Frauen und Männer in Afrika, Südost-Asien, Zentral- und Südamerika sowie im Nahen Osten leiden unter einer Trachominfektion. 8 Millionen sind durch Trachom sehbehindert.
Ursache: Eine Infektion, begünstigt durch Wassermangel, Hygieneprobleme, unzureichende Gesundheitsvorsorge, Armut sowie massives Auftreten von Fliegen, die diese Krankheit übertragen. Zehn bis 20 Jahre nach erstmaligem Ausbruch der Krankheit bilden sich am Augenlid Narben, durch die die Wimpern einwärts wachsen und auf der Hornhaut scheuern. Dies führt zur Vernarbung und Trübung der Hornhaut. Folge: Unheilbare Blindheit.
Behandlung: Vorbeugende Behandlung der Infektion im Anfangsstadium durch regelmäßiges Gesichtwaschen und Tetracycline-Augensalbe. Ist die Krankheit weiter fortgeschritten, hilft eine kleine Lid-Operation. Kosten: etwa 15 Euro. Bleibt Trachom unbehandelt, muss der Patient erblinden. Mithilfe der CBM wurden 2010 rund 1,2 Millionen Trachombehandlungen durchgeführt.
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Vermeiden helfen: Oftmals wird der Grüne Star erst bemerkt, wenn es zu spät ist.© CBM
Grüner Star (Glaukom)
Vorkommen: Weltweit sind mindestens 4,5 Millionen Menschen erblindet.
Ursache: Überwiegend zu hoher Augeninnendruck, der den Sehnerv schädigt. Der Betroffene spürt zunächst keine Schmerzen. Daher wird Grüner Star oft erst bemerkt, wenn die Zerstörung des Sehnervs fortgeschritten ist.
Behandlung: Vorbeugende Untersuchungen, wie die Messung des Augeninnendrucks mit Tonometer, Augentropfen, Operation. Ein bereits aufgetretener Sehverlust kann nicht mehr rückgängig gemacht, aber das Fortschreiten gestoppt werden. 2010 wurden mithilfe der CBM rund 28.000 Glaukom-Operationen durchgeführt.
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Einfach vorbeugen: Mit Mectizan wäre Kwatu heute nicht blind!© CBM / argum / Einberger
Flussblindheit (Onchozerkose)
Vorkommen: In West- und Zentralafrika, Südamerika, Teilen der arabischen Halbinsel. 290.000 Menschen sind unheilbar erblindet.
Ursache: Beim Stich der blutsaugenden Simulium-Fliege (auch Schwarze Fliege genannt) werden Larven auf den Menschen übertragen, die bis zu zwölf Jahre leben und Millionen von mikroskopisch kleinen Würmern (Mikrofilarien) freisetzen. Diese wandern im Körper bis ins Auge und zerstören den Sehnerv.
Behandlung: Vorbeugend mit Mectizan. Das Medikament muss regelmäßig ein- bis zweimal jährlich eingenommen werden. CBM verteilt Mectizan in enger Abstimmung mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Kosten: Etwa ein Euro pro verteilter Tablette. Unbehandelt kann Onchozerkose zu Blindheit führen. Im Rahmen der flächendeckenden Behandlung der Onchozerkose erreichten Mitarbeiter aus den Partnerprojekten 2010 über elf Millionen Menschen.
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Schlechte Perspektive: Viele Kleinkinder, die erblinden, haben keine lange Lebenserwartung: Sie sterben innerhalb weniger Jahre nach der Erblindung.© CBM / argum / Einberger
Vitamin-A-Mangel (Kinderblindheit)
Vorkommen: In Entwicklungsländern erblinden jährlich zwischen 250.000 und 500.000 Kleinkinder. Viele von ihnen sterben binnen weniger Jahre nach der Erblindung. Insgesamt sind 1,4 Millionen Kinder blind.
Ursachen: Einer der Gründe ist ernährungsbedingter Vitamin-A-Mangel. Er führt zur Erweichung und Trübung der Hornhaut mit Blindheit als Folge (Xerophthalmie). Beschleunigt wird der Vorgang z.B. durch Masern, denn bei dieser Infektionskrankheit wird viel Vitamin A verbraucht.
Behandlung: Vitaminreiche Ernährung und vorbeugende Einnahme von Vitamin-A-Kapseln. Die Verteilung einer Kapsel kostet 1 Euro. Erblindet ein Kind durch Xerophthalmie, ist sein Augenlicht unwiederbringlich verloren. 2010 wurden von der CBM rund 350.000 Kinder mit Vitamin-A-Kapseln versorgt.
Stand: Juni 2011
Download (PDF): 5 häufige Formen von Blindheit





