Nichtregierungsorganisationen brauchen Durchhaltevermögen
Augenarzt Daniel Etya’ale, der seit 1994 Berater der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Fragen der Augenheilkunde für ganz Afrika ist, forderte, dass der Dialog der Nichtregierungsorganisationen (NRO) mit den Regierungen auf Landesebene verstärkt werden müsse. Hier liege ein großes Potenzial, sagte er, gerade für das Thema "Behinderung". Die Bereitschaft der Regierungen, etwas für ihre behinderten Bürger zu tun, würde vielfach unterschätzt. Dieser Dialog fordere von den NROs Durchhaltevermögen. Das sei keine kurzfristige Maßnahme, betonte Etya’ale. Die CBM könne hier als Katalysator mitwirken.
Über die neue UN-Behindertenrechtskonvention, die im Mai dieses Jahres in Kraft trat, sagte Dr. Valentin Aichele, er hoffe, dass durch sie Behinderung endlich ein Teil der Normalität werde. Der Rechtsanwalt und Wissenschaftliche Referent am Deutschen Institut für Menschenrechte mahnte an, es sei Zeit, Abschied zu nehmen von der bloßen Fürsorge für Menschen mit Behinderung hin zu mehr Selbstbestimmung, die auch eine Assistenz miteinschließe.
"Entwicklungszusammenarbeit darf die, denen sie helfen möchte, nicht einengen und als eine christliche Organisation muss man besonders sensibel sein", sagte Schwester Myrna aus Kambodscha. Die Ordensschwester, die seit 24 Jahren für die Christoffel-Blindenmission im Takeo-Augenhospital arbeitet, sagte, ohne Respekt vor der Kultur, der Tradition und dem Glauben der Menschen könne man mehr Schaden anrichten als Gutes bewirken.