Ägypten/Kairo

Nach der Revolution ist Hilfe nötiger denn je

Kindergruppe auf der Straße mit Taststöcken
Mobilitätstraining für Kinder
© CBM/Compubraille

Projektinformation zu "Compubraille"

Der CBM-Partner "Compubraille" produziert Braille-Literatur, Kassetten und verschiedenste Drucksachen zu Gesundheits- und Blindenthemen. Die Druckerei liegt in Kairo.
Ein weiterer Zweig des Projekts besteht aus Ausbildungs- und gemeindenahen Rehabilitationsangeboten für Jugendliche und Erwachsene mit einer Sehbehinderung in der Provinz El Minia in Oberägypten. Auch blinde Kinder erhalten Unterstützung in ihrer Schulbildung.
Mit Kampagnen und der Vernetzung mit lokalen Interessenvertretern wird die Bevölkerung für die Rechte und Bedürfnisse blinder Menschen und die Notwendigkeit von Blindheitsverhütung sensibilisiert.
In einem Bericht vom Februar 2011 schildert unser Partner "Compubraille" von den Schwierigkeiten im Land. In Auszügen geben wir ihn hier wieder.
Bereits vor der Revolution in Ägypten lebten mehr als 40 % der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze - mit einem Einkommen von weniger als 2 Dollar pro Tag. Ein großer Teil der Menschen ist auf subventionierte Lebensmittel angewiesen. Jetzt ist die Situation der armen Menschen noch prekärer. Dazu gehören vor allem auch die Blinden, denen Compubraille mit seiner Arbeit hilft.

Chaos und Unruhen legten alles lahm
Diese Schwierigkeiten wurden durch die aktuellen Ereignisse noch verstärkt, die die Touristen vertrieben, Investitionen verhinderten und viele Menschen von ihren Arbeitsplätzen abhielten. Alle Fabriken und viele andere Geschäfte waren geschlossen und das Land drei Wochen lang wie gelähmt. Die Lastwagen, die Lebensmittel transportierten, fuhren aus Sicherheitsgründen nicht, was zu einer Knappheit an Vorräten, der Schließung vieler kleiner Läden und einem Preisanstieg führte. Besonders blinde Menschen waren durch die Ereignisse sehr eingeschüchtert und verließen ihre Häuser aus Angst vor dem Chaos und den Unruhen meist gar nicht mehr.
Keine Arbeit - schon gar nicht für blinde Menschen
Während sich einige dieser Probleme inzwischen langsam auflösen und das Leben wieder „seinen gewohnten Gang“ geht, kämpfen viele Menschen, die kleine Geschäfte hatten oder als Tagelöhner arbeiteten, immer noch damit, wieder auf die Füße zu kommen, wegen des Einkommensverlustes und der damit angehäuften Schulden. Jetzt ist es für viele blinde Menschen noch schwieriger geworden, Arbeit zu finden. Obwohl wir hart daran gearbeitet hatten, ihnen zu mehr finanzieller Unabhängigkeit zu verhelfen, haben ihre Armut und sonstigen Schwierigkeiten zugenommen. Keiner von ihnen oder ihren Familien haben Ersparnisse, die zum Einsatz kommen könnten, wenn das Einkommen wegfällt.
Viermonatige Unterstützung für blinde Existenzgründer
Wir möchten die Menschen gerne mindestens vier Monate lang unterstützen. Das soll ihnen bei ihren Bemühungen helfen, ihre Geschäfte wieder einzurichten, Schulden zurückzuzahlen und auf Stabilität hinzuarbeiten. In der Zwischenzeit hoffen wir, dass die Nation als ganzes wirtschaftlich wieder stabiler wird und die Sicherheitslage keine Bedrohung mehr darstellt.
Spendenaufruf vom 25. Februar 2011
"Ägypten: Mikrokredite für blinde Menschen"
Interview mit der Compubraille-Leiterin Ruth Tadres vom 15. Februar 2011
"Die Solidarität der Menschen war riesig!"
Interview mit Magdi Sami, blinder Lektor bei Compubraille vom Januar 2011
Link: Grauer Star Simulator der CBM
Link: Brailleübersetzer der CBM
Link: Fingeralphabet
Link: Wissenstest zum Thema Katarakt
Link: Auslegung der Monatsandacht durch Mitarbeiter der CBM
Link: Bereich für Schulen, Kirchen und Gemeinden
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