Presseinformation zum 12. Januar 2011

Haiti – Ein Jahr danach:
CBM half bislang 73.000 Überlebenden

4 Jungen mit einem Fußball, einer trägt eine Beinprothese
CBM/Shelley
PORT-AU-PRINCE/BENSHEIM. Sebastian spielt wieder mit beim Fußball – und das obwohl sein zweites Bein eine Prothese ist. Der Neunjährige ist einer der vielen tausend Menschen, die durch das Erdbeben am 12. Januar 2010 in Haiti schwere Verletzungen davongetragen haben. Rund 73.000 Überlebenden haben die CBM-Partner seitdem geholfen. Aufgrund der medizinischen Maßnahmen blieben viele vor lebenslangen Behinderungen verschont. Die CBM arbeitet auch weiter daran, dass Menschen wie Sebastian so wenige Einschränkungen wie möglich erfahren müssen. Dafür setzt sich die Entwicklungsorganisation in Haiti heute in der anwaltschaftlichen Arbeit ein, die zum Beispiel darauf abzielt, Menschen mit Behinderungen darin zu unterstützen, Regelschulen und Ausbildungsstätten besuchen zu können.
Unmittelbar nach dem Beben: Nothilfe
Direkt nach der Katastrophe stellte die CBM mit ihren haitianischen Partnern Lebensmittel, Wasser und Behelfsunterkünfte zur Verfügung und versorgte Erdbebenopfer medizinisch. Rund 48 Haitianer und 15 ausländische Experten arbeiteten während der ersten Monate für die vom Erdbeben Betroffenen. Darunter auch Physio- und Ergotherapeuten, die Haitianer zu Reha-Technikern ausbildeten.
Junge mit Unterschenkelprothese
© CBM/Shelley
Nachhaltige Hilfe für Menschen mit Behinderungen
Für Sebastian war das ein Glück. Er bekam nach der Operation eine Prothese angepasst und lernte in der Physiotherapie damit nicht nur zu gehen, sondern sogar richtig zu laufen. Deshalb liegt ein Schwerpunkt der CBM-Arbeit in Haiti jetzt auf der nachhaltigen Unterstützung und Förderung von Menschen mit Behinderungen. Dazu gehören der Ausbau der Gesundheitsversorgung, die weitere Ausbildung von physiotherapeutischen Fachkräften und die anwaltschaftliche Arbeit.
Dabei arbeitet die CBM mit der haitianischen Regierung, haitianischen Selbsthilfeorganisationen behinderter Menschen und vielen internationalen Organisationen zusammen. Das vermeidet Dopplungen und sorgt dafür, dass die Hilfe besonders effektiv ist und möglichst viele Menschen erreicht.
Was ist das Ziel?
Ziel dieser Zusammenarbeit ist es, die Interessen von Menschen mit Behinderungen in allen Aspekten des Wiederaufbaus zu berücksichtigen und eine offene und positive Haltung der Haitianer gegenüber behinderten Menschen zu fördern. Das braucht Zeit, aber es ist auch eine einzigartige Chance, Haiti als eine inklusive Gesellschaft wieder aufzubauen, in der die Rechte und Verantwortlichkeiten aller Menschen gleichermaßen respektiert werden.
Die CBM arbeitet darüber hinaus an einer Strategie zur Katastrophenvorsorge mit, die dazu beitragen wird, dass die Menschen in Haiti bei einer zukünftigen Katastrophe besser vorbereitet sind und sie die Hilfe schneller erreicht.
Weltweit unterstützt die CBM rund 900 Projekte in 99 Ländern. Das Hauptziel der internationalen, christlichen Entwicklungsorganisation ist es, die Lebensqualität von Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern zu verbessern.
Sebastians Geschichte
Mamaillas Geschichte
Video: Physiotherapie für alle
Video: Schritt für Schritt - Ausbildung für Kinder mit Behinderung
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