Halfani, 16 Jahre

Endlich nicht mehr auffallen!

Zwei fußballspielende Jugendliche vor einem Plakat mit der Aufschrift "Wir sind eine Milliarde"
Poeträt eines tansanischen Jugendlichen
In seiner Fußballmannschaft ist er Stürmer: Halfani
© CBM/Opladen
Zum Fußballspielen hat sich der 16-Jährige extra ein grünes Trikot angezogen. Das soll unterstreichen, dass er ein großer Fußballfan ist.
Und selbstbewusst ist er: Auf dem Fußballfeld fängt er sofort an zu "zaubern" - mit dem Ball. Man sieht ihm die Freude über die eigene Geschicklichkeit und seinen Spaß beim Spielen an.
Wenn Halfani "am Ball ist", wirkt der scheinbar schüchterne Junge wie verwandelt. Seit er sieben Jahr alt ist, spielt er Fußball  - und als Stürmer seiner Mannschaft schießt er entscheidende Tore ...
Schon als 5-Jähriger auf Krücken angewiesen

Gerade fünfjährig hatte Halfani einen schweren Unfall. Beim Spielen war er über ein Bahngleis gestolpert, stürzte - und ein heranfahrender Zug trennte sein rechtes Bein ab. Im Distrikt-Krankenhaus wurde nur die Wunde versorgt und deren Heilung unterstützt. Bei der Entlassung bekam Halfani Krücken - weiter konnte man ihm dort nicht helfen, eine Physiotherapie-Abteilung gab es nicht.
Jugendlicher füllt seinen Teller mit einem weißen Brei, neben ihm weitere Jugendliche
© CBM/Opladen
Die Hände frei haben!

Die Prothese, die Halfani dringend gebraucht hätte, konnten seine Eltern nicht bezahlen. In seiner früheren Schule erzählte ihm jemand vom CBM-geförderten "CCBRT" in Moshi (Tansania) und der Möglichkeit, dort eine Prothese anfertigen zu lassen. Sie wurde ihm angepasst, nachdem er viele Jahre nur mit Krücken auskommen musste.
Beim Sport ist der heute 16-Jährige begeisterte Fußballspieler noch immer mit den Gehstützen geschickter und beweglicher. Aber die Prothese hat ihm ganz neue Erfahrungen geschenkt: Auf zwei Beinen zu stehen und dabei die Hände frei zu haben, oder auch einfach, nicht so aufzufallen!
Halfani will Arzt werden

Vor eineinhalb Jahren kam Halfani an eine integrative Schule. Hier fühlt er sich gut aufgehoben und akzeptiert, nicht ausgegrenzt - der Zusammenhalt in der Schule stärkt ihn. Halfani lernt sehr gerne. Am liebsten mag er Physik, Chemie und Biologie. Das kommt seinem Berufswunsch sehr entgegen: Er möchte Arzt werden, ein Spezialist für Prothesen. Denn der Bedarf in Afrika an Fachkräften hierfür ist groß, das weiß er ja aus eigener Erfahrung!
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