Information zum 10. November 2009

Von Argentinien bis Kanada

Ein Mann lehnt an einem Baum und hat ein Fahrrad vor sich stehen
Thomas Großerichter: Er tratt knapp ein Jahr für einen guten Zweck in die Pedale.
© CBM / argum / Einberger
MÜNSTER. Knapp ein Jahr trat Thomas Großerichter für einen guten Zweck in die Pedale. Der 24-jährige Student aus Münster startete in Argentinien und endete seine Tour in Kanada: 16143 Kilometer quer durch Amerika. Zuvor hatte er mit seiner Familie, Freunden und Bekannten ein Kilometergeld ausgehandelt, das in seinem Gesamterlös an die CBM ging. Insgesamt mehr als 4.000 Euro erradelte er auf seiner Benefiztour. Sie führte ihn nach Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, Costa Rica, El Salvador, Ecuador, Guatemala, Honduras, Kanada, Kolumbien, Mexico, Nicaragua, Panama, Peru, Uruguay und in die USA.
Doch nicht nur die zurückgelegten Kilometer betrafen die CBM. Großerichter besuchte auch Projekte der CBM, wie eine Augenklinik in Chile und eine Schule für taubblinde Kinder in Guatemala, was ihn besonders beeindruckte. Dort traf er den zehnjährigen Cristopher, ein gerhörloser Junge, der Großerichter mit seiner Lebensfreude faszinierte. Egal ob beim Matheunterricht oder in der Pause bei Cristophers Lieblingsspiel, Fußball: Der Junge lachte und war fröhlich. Sein Leben hingegen verlief nicht nur rosig. Mehr als zwei Monate kam er zu früh auf die Welt.
Erst als er vier Jahre alt war, diagnostizierten Ärzte seine Gehörlosigkeit, und erst als er acht Jahre alt war, entdeckten die Ärzte seine Sehschwäche. Cristopher war zurück in seiner Entwicklung, lernte erst mit sieben Jahren laufen. Seine Eltern hören dann von Fundal, die Schule für Taubblinde Kinder, die er seit dieser Zeit besucht und wo er die Förderung erhält, die er braucht. Heute kann Cristopher lesen, schreiben und rechnen. Er hat die Werkzeuge erlernt, mit denen er vielleicht in Zukunft auf eine Regelschule gehen und sein späteres Leben selbständig meistern kann.
Für Cristopher und andere Menschen mit Behinderungen ist Thomas Großerichter aufs Fahrrad gestiegen und er würde es wieder tun. "Ich glaube mein Blick auf die Welt hat sich ein wenig geändert. Ich würde alles nochmal ganz genauso machen, nur würde ich nie den gleichen Weg noch einmal fahren", fasst der angehende Bauingenieur seine Erfahrungen zusammen.