Presseinformation zum Welttag des weißen Stocks am 15.10.2009

Mit dem Langstock beginnt die Mobilität

Ein Mann mit einem weißen Stock geht an einem Schaufenster vorbei
Der taubblinde Alex: Mit dem Langstock beginnt die Mobilität und er gewinnt seine Freiheit.
© CBM
Bensheim. Den kleinen Hügel hinauf am Geländer entlang, das Tor öffnen und schließen. Jetzt sind es noch zehn Schritte. Obwohl Alex Bonilla einfach durch den Garten gehen könnte, wählt der 15-Jährige aus Guatemala den längeren Weg, wenn er morgens zur Schule will, denn er gehört dort zu den Großen und liebt die Selbständigkeit, wo sie ihm möglich ist. Die Selbständigkeit wird dem taubblinden Jungen ermöglicht durch die vertraute Umgebung und den Langstock. Am Donnerstag (15. Oktober) ist der internationale Welttag des weißen Stocks. Der weiße Stock gilt seit 1931 als Schutz- und Erkennungszeichen und hilft blinden und stark sehbehinderten Menschen, sich zu orientieren. Die CBM (Christoffel-Blindenmission) erinnert an diesem Gedenktag daran, wie wichtig es ist, blinden Menschen Mobilität und eine Ausbildung zu ermöglichen.
Alex hatte das Glück, dass Helen Bonilla ihn adoptierte. Als sie merkte, dass es keine Einrichtungen zur Förderung ihres Sohns gab, startete sie selbst die Initiative, wandte sich an die CBM und errichtete gemeinsam mit der Entwicklungsorganisation auf dem eigenen Grundstück eine Schule für taubblinde und anders behinderte Kinder, genannt „Fundal“. 30 zum Teil schwer behinderte Kinder und neun Lehrer sind nun von Montag bis Freitag fleißig bei der Therapie und beim Unterricht auf dem Gelände. Es gibt fünf Klassen, die von der Vorschule bis zum Berufstraining je nach Alter und Behinderung der Kinder deren Fähigkeiten fordern und fördern.
Mit dem Langstock beginnt die Mobilität - Zum Tag des weißen Stocks
Ein Beitrag vom ERF Radio .
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Weltweites Engagement für blinde und sehbehinderte Menschen
Die CBM unterstützte im zurück liegenden Jahr weltweit 86 Blindenschulen und 20 Trainingscenter für Blindenlehrer, die später sowohl an Blindenschulen, als auch an integrativen Schulen unterrichten. Insgesamt konnte sie 100.000 blinden und sehbehinderten Menschen in gemeindenahen Rehabilitationsdiensten helfen. Spezielles Orientierungs- und Mobilitätstraining erhielten mehr als 35.000 Menschen. Die CBM unterstützt rund 1000 Projekte in mehr als 100 Ländern in Afrika, Asien, Südamerika und Ländern im Mittleren Osten und Osteuropa.
Während viele Kinder in „Fundal“ das Blindenalphabet lernen oder sich in Zeichensprache ausdrücken können, gehört Alex zu denjenigen, denen diese Sinne völlig fehlen, denn auch sein kleiner Sehrest ist nach einer schweren Infektion der Augen inzwischen verloren gegangen. Doch mit seinem Tastsinn kann sich Alex zumindest in einem kleinen Radius frei bewegen und der 15-jährige genießt diese Mobilität.
Abschluss der bundesweiten Woche des Sehens
Der Tag des weißen Stocks ist nicht nur internationaler Gedenktag, sondern auch Höhepunkt und Abschluss der Woche des Sehens. Vom 8. bis 15. Oktober 2009 lautete das Motto „Wenn die Augen schwächer werden …“. Seit 2002 macht die Aktionswoche mit vielfältigen Angeboten bundesweit auf die Bedeutung guten Sehvermögens, die Ursachen vermeidbarer Blindheit sowie die Situation blinder und sehbehinderter Menschen in Deutschland und in den Entwicklungsländern aufmerksam. Schirmherrin der Initiative ist diesem Jahr die Fernsehjournalistin Gundula Gause. Getragen wird die Aufklärungskampagne von der CBM, dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband, dem Berufsverband der Augenärzte, dem Deutschen Komitee zur Verhütung von Blindheit, der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft, dem Deutschen Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf, dem Hilfswerk der Deutschen Lions sowie der Pro Retina Deutschland. Unterstützt wird die Woche des Sehens von der Aktion Mensch und der Carl Zeiss Meditec AG.