Für die zwölfjährige Aura Letizia, die von allen Leti genannt wird, ist es besonders wichtig, gefördert zu werden. Seit sieben Jahren kommt eine Gemeindehelferin zu ihr nach Hause. Die Helferin wurde in einem von der CBM geförderten Projekt ausgebildet, das die CBM-Mitarbeiterin Katharina Pförtner als Beraterin mitgestaltet. Leti leidet an einem schweren Fall von Downsyndrom und einer frühkindlichen Hirnschädigung, die das Muskelsystem beeinträchtigt. Lähmungen in Armen und Beinen sind die Folge. Sie hat Herzprobleme, ein verkürztes linkes Bein, Missbildungen, ausgekugelte Gelenke und kann sich nur in ihrem Rollstuhl fortbewegen. Ihr Vater hat die Familie verlassen. Als Leti 13 Monate alt war, starb ihre Mutter an einem Herzinfarkt. Die Großmutter Lila sorgt für Leti und deren 17-jährige Schwester.
Rehabilitation: Mit 50 Euro kann ein Kind ein Jahr lang gefördert werden.
Behinderungen werden in Nicaragua von vielen als Strafe Gottes angesehen oder auf Fehler der Mutter zurückgeführt. Als Leti zur Welt kam, erkannte die Großmutter Lila an den Augen des Kindes, dass es krank war. Die Nachbarin schlug vor, das Kind bis zum Hals einzugraben. Sie war der Ansicht, dies würde die Behinderung heilen. Die Oma entschied sich anders: Sie betete jeden Tag dafür, dass das Kind überlebt.
Leti wird früh gefördert
Weil es nicht trinken konnte, ernährte die 62-Jährige das Kind mit einer Pipette. Bis Leti vier Monate alt war, konnte sie sich nicht selbstständig bewegen. Im Alter von fünf Jahren nahm sie an einem Frühförderprogramm des CBM-Partners vor Ort teil. Durch die Hausbesuche der Gemeindehelferin hat sich vieles verbessert. Die Großmutter lernt, wie sie ihrer Enkelin helfen kann. Sie entscheidet mit, welche Übungen als nächstes gemacht werden.
Gemeindenah: Helfer besuchen betroffene Menschen in ihrer Familie.
Mit der Helferin, die einmal pro Monat vorbeikommt, erstellt sie einen Übungsplan. Nächstes Lernziel ist das selbstständige Stehen. Als Leti aufsteht und sich dabei auf Holzkrücken stützt, gibt ihr die Oma behutsam Halt.
Leti kann ein wenig sprechen
Vor der Therapie war keine Verständigung mit Leti möglich. Nun besucht sie eine Sonderschule. Der Schulbesuch bildet mittlerweile den Schwerpunkt ihrer Förderung. Im Unterricht hat sie gelernt, sich mit ihren Händen auszudrücken und kann nun ein wenig sprechen. Sie hat sichtlich Freude daran, sich mitzuteilen und versteht mittlerweile viel.
Vision: Eine Ausbildung zur Schneiderin
Die Großmutter sorgt als Schneiderin für den Unterhalt der Familie. Die 62-Jährige besitzt eine Nähmaschine und möchte auch Leti zur Schneiderin ausbilden. In der Schule nimmt Leti bereits an Handarbeitskursen teil.