Pressemeldung vom 29. Juni 2007
Berliner entwickeln Info-Chips zum Bahnfahren
Bahnfahren für blinde Menschen nicht ungefährlich
Auf einem Bahnsteig beobachteten die beiden 15-jährigen, dass eine blinde Frau trotz Einsatz ihres Taststockes beinahe in den Zwischen-raum zweier Waggons gestürzt wäre, da sie dort kein Hindernis ertasten konnte. Dieses Erlebnis brachte sie auf die Idee eine technische Hilfestellung für blinde Menschen auf Bahnsteigen zu entwickeln.
Taststock zeigt die Eingangstür
Das Problem wollen sie mit RFID-Chips lösen, das sind Chips mit gespeicherten Informationen, die bei kurzen Entfernungen über Radiowellen abgerufen werden können. Im Taststock des blinden Menschen soll dazu ein Scanner eingebaut werden, der die Info-Chips, orten kann und durch Vibration die Richtung angibt.
Die Chips sollen nun in einem gleichbleibenden Abstand zum Bahnsteig und an den Stellen auf dem Bahnhof verankert werden, an denen bei Fernzügen die Waggontür hält. Auf diese Weise lässt sich nicht nur ein sicherer Abstand zur Bahnsteigkante wahren, sondern es kann auch der Zugeinstieg erleichtert werden.
Die Christoffel-Blindenmission freut sich und lobt das Engagement der beiden Erfinder, die mithelfen, dass der Alltag von blinden Menschen in Zukunft sicherer wird und zeichnet das mit ihrem Sonderpreis aus.
600 Millionen Menschen mit Behinderungen
Weltweit gibt es über 600 Millionen Menschen mit Behinderungen, die meisten davon leben in Entwicklungsländern. Sie sind viel stärker von gesellschaftlicher Ausgrenzung betroffen als hierzulande, ihre Ausbildungs- und Berufschancen sind denkbar schlecht. Der CBM-Sonderpreis auf Landesebene ist mit 150 € dotiert und zeichnet kreative Ideen und Forschungen aus, die helfen Behinderungen zu vermeiden, behinderten Menschen den Alltag erleichtern und zu mehr Chancengleichheit hier und in den Entwicklungsländern beitragen.
Ziel: selbstständigeres Leben ermöglichen
Die CBM ermöglicht Menschen mit Behinderung in rund 1.000 Projekten weltweit ein selbstständigeres Leben. Medizinische Hilfe, Rehabilitation und Integration in die Gesellschaft stehen dabei im Vordergrund, z.B. durch die Unterstützung von Augenhospitälern, Blindenschulen, Förderprogrammen für Hörgeschädigte und Körperbehinderte.
Nach Landesebene folgt auch auf Bundesebene Prämierung
Nach der Prämierung auf Landesebene haben alle Teilnehmer die Chance, den von der Christoffel-Blindenmission im Rahmen von "Jugend forscht" ausgeschriebenen Bundes-Sonderpreis zu erhalten. Bevorzugt werden innovative Ideen ausgezeichnet, die sich mit den Themen Behinderung und Rehabilitation in Entwicklungsländern auseinandersetzen. Der Preis ist mit 300 Euro dotiert.