Pressemeldung zum 27. April 2009
Drei Starts für Wanyoike in Deutschland
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- © CBM / Meyer
BENSHEIM. Als Botschafter der CBM wird Henry Wanyoike , der schnellste blinde Langstreckenläufer weltweit, zu drei Starts nach Deutschland kommen. Sein Ziel: zu seiner alten Form zurückfinden. Im Februar in Hongkong fehlten dem erfolgsverwöhnten Kenianer nur wenige Minuten zur alten Weltrekordzeit über die Halbmarathonstrecke. Wanyoike, der sich von einem schweren Autounfall im Sommer letzten Jahres erholt hat, war froh an dem Rennen teilnehmen zu können. Er konnte dadurch viele Menschen mit Handicap inspirieren und motivieren, an sich selbst zu glauben.
Der Afrikaner freute sich besonders über die lautstarke Unterstützung durch die Zuschauer. Selbst einige Läufer stoppten, um ihm anzufeuern. "Manche hatten vergessen, das sie selbst ein Rennen liefen", lachte er: "Auch wenn ich nicht gewonnen habe, fühle ich mich wie ein Sieger, weil ich so viel Beifall bekommen habe. Ich bin stolz auf die Zeit von 1 Stunde und 18 Minuten. Das ist eine gute Zeit."
Zumal die äußeren Bedingungen nicht ideal waren. Henry und sein Begleitläufer Joseph Kibunja spürten die hohe Luftfeuchtigkeit. "In einem Tunnel war es schwer Luft zu bekommen". Als das Duo auf Rang drei ins Ziel einlief, tobte die Menge.
Im April und Mai gehen Henry und Joseph dreimal in Deutschland an den Start: Den ersten Lauf hat Wanyoike bereits hinter sich. Beim RheinEnergie Marathon in Bonn am 26. April kam der Kenianer über die Halbmarathonstrecke nach 1:14:58 Stunden ins Ziel. Unter 5.000 Teinehmer/innen bedeutete dies Rang 6.
Wanyoike: "Über die Zeit habe ich mich sehr gefreut. Ich bin wieder auf dem Weg zu meinen besten Zeiten."
Der nächste Start ist am 9. Mai beim Dämmermarathon in Mannheim Beim Lauf durch zwei Bundesländer und zwei Großstädte werden 10.000 Läufer, Rollstuhlfahrer und Inliner erwartet.
Bereits im vergangenen Jahr war Henry dort gemeldet. Aber die Folgen eines Autounfalls machten ihm einen Strich durch die Rechnung: Der mehrfache Paralympicssieger und aktueller Bronzemedaillen-Gewinner aus Peking musste absagen - auch beim Ruhrmarathon in Essen. Bei der diesjährigen Auflage am 17. Mai wird er aber an den Start gehen. Begleitet wird er auf seiner Deutschlandtour von Joseph Kibunja.
Blinder Ausnahmesportler
Der 34-jährige Henry Wanyoike verlor im Alter von 21 Jahren quasi über Nacht sein Augenlicht. Als er erfuhr, dass er unheilbar blind war, brach für ihn die Welt zusammen. Mit Hilfe einer deutschen Mitarbeiterin, die für die CBM in einem kenianischen Augenhospital arbeitete, gelang es ihm neuen Lebensmut zu schöpfen. Heute nimmt er seine Blindheit als Segen an und eilt als Langstreckenläufer von Erfolg zu Erfolg.
Mit dem Ansporn, dass er durch seine Leistungen andere Menschen ermutigen kann, brach er bereits mehrfach seinen eigenen Weltrekord, den er 2003 bei den Paralympics in Sydney beim Marathonlauf aufstellte. Heute ist Wanyoike Botschafter der Christoffel-Blindenmission, um für die Rechte behinderter Menschen zu kämpfen.
Weltweit für Menschen mit Behinderungen im Einsatz
Derzeit fördert die Christoffel-Blindenmission in rund 100 Ländern der "Dritten Welt" mehr als 1.000 Hilfsprojekte. Seit 2002 hat die CBM Beraterstatus bei den Vereinten Nationen (UN).Vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (dzi) wird die CBM zu den anerkannten und empfohlenen Spendenwerken gezählt.





