Lebensmittelverteilung in Kenia

Dorfbewohner entscheiden selbst, wer Nothilferationen benötigt!

Menschen sitzen in Reihen auf einer grünen Wiese, im Hintergrund Bäume und Berge
Jetzt ist wieder alles grün. Doch nach der langen Trockenheit dauert es noch einige Wochen, bis die nächste Ernte bevorsteht. Zwei Jahre hat es nicht geregnet, und diese Menschen hungern noch: Sie warten auf die Essensverteilung durch CBM-Partner.
© CBM / argum / Einberger
Drei Frauen und ein Mann tragen einen Sack, im Hintergrund ein LKW
Wer kann, packt beim Entladen der Lebensmittel mit an ...
© CBM / argum / Einberger
Die Hügel am Fuße des Mount Kenia sind grün, doch die Farbe täuscht. Erst seit November regnet es wieder, davor gab es zwei Jahre lang nicht genug Niederschlag, um eine Ernte hervorzubringen. Jetzt scheint zwar jeder Tropfen Wasser ein Pflänzchen sprießen zu lassen, doch es wird mindestens bis Januar dauern, bis die Pflanzen groß genug zum Ernten sind.

Schlichte Lebensverhältnisse
Auch um Jerica Kalanyus Hütten herum ist es endlich wieder grün. Der einfache Holzverschlag mit Lehmboden ist gerade groß genug für den Topf, in dem über offenem Feuer ein Bohnengericht kocht, und ein paar große Steine als Sitzgelegenheiten. Die Hütte daneben ist nicht viel größer und dient Jerica, ihrem Mann, den sechs Kindern und den Hühnern als Nachtlager.
Lebensmittelverteilung durch CBM-Partner
Dass sie und ihre Familie gleich ein warmes und nahrhaftes Mahl bekommen, verdankt die junge Frau nicht nur ihrem zwölfjährigen Sohn Sandrick, der kocht, sondern auch den Spendern der CBM, der Diözese Meru und der Dorfgemeinschaft. Jerica und ihre Familie gehören zu den Menschen, die derzeit durch den CBM-Partner, die Diözese von Meru, Lebensmittel bekommen. Denn das erste Gemüse kann erst im Januar geerntet werden.
 
Die junge Mutter ist blind
Jerica hat sechs Kinder, zwei davon sind unter fünf Jahren, Jerica stillt noch. Außerdem ist die 28-Jährige blind. Diese schwierigen Umstände waren ausschlaggebend, dass sie und ihre Familie von der Essensverteilung durch die CBM profitieren. Die von der Hungersnot betroffenen Menschen entscheiden über ihren Dorfrat selbst, wer etwas von den Hilfsgütern bekommt.
Zwei Frauen schöpfen Getreide aus zwei Säcken
Die Dorfbewohner organisieren die Lebensmittelverteilung selbst.
© CBM / argum / Einberger
Wer ist hilfsbedürftig?
Joseph M’Eruaki M’Uthari, Direktor der Diözese erklärt: "Wir haben bei der Verwaltung des Distrikts gefragt, welche Regionen am schlimmsten von der Dürre betroffen sind. Dort haben wir zu öffentlichen Treffen eingeladen. Bei diesen Treffen haben die Dorfbewohner Kriterien festgelegt, nach welchen die Hilfsbedürftigen ausgewählt werden." Die Mitarbeiter der Diözese haben diesen Prozess nur moderiert, herausgekommen sind Kriterien wie "schwanger", "stillend", "mit Behinderung" oder "viele kleine Kinder".
 
Die bei der Versammlung anwesenden Betroffenen wurden zu Mitgliedern des Dorfkomitees ernannt. Sie erstellten eine Liste derer, die von der Lebensmittelverteilung der CBM profitieren sollten. Die Liste wurde dann in großer Runde noch einmal diskutiert, damit keiner vergessen oder fälschlicherweise zu den Bedürftigen gezählt würde. "Außerdem haben wir uns in allen Regionen mit anderen Organisationen abgestimmt, damit nicht einige Familien mehrfach Essensrationen bekommen und andere leer ausgehen", erklärt M’Uthari das Verfahren.

Basisorientierter Ansatz: Rettung für Jerica
Für Jerica war dieser basisorientierte Ansatz der Essensverteilung die Rettung. Seit zwei Jahren ist sie blind — und erst durch die Hungersnot in der Region kam sie mit dem CBM-Partner in Kontakt.
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