Interview mit Khwenula Phiri aus Malawi

Der größte Lohn: Die Freude der Patienten!

Drei afrikanische Männer im Gespräch vor einer Hütte
Khwenula Phiri (rechts) ist einer von 300 ehrenamtlichen Mitarbeitern des MACOHA-Projekts in Malawi.
© CBM / Foto Backofen Mhm
Khwenula Phiri ist Presbyterianer, 72 Jahre alt und zäh. Jeden Morgen bestellt er sein Feld, frühstückt und macht sich dann auf den Weg.

Seit 1998 betreut er als sogenannter "Volunteer" des CBM-geförderten MACOHA-Projekts in Malawi 47 Dörfer – auch bei glühender Sonne oder in der Regenzeit. Seine Aufgabe: Menschen mit Behinderungen zu zeigen, wo sie Hilfe finden.
Porträt eines malawischen Mannes
© CBM / Foto Backofen Mhm
CBM: Warum sind Sie ehrenamtlicher Helfer geworden?

Khwenula Phiri: Gott hat mir ein Herz für andere gegeben und mir gezeigt, dass die CBM mich brauchen kann. Ich meldete mich auf einen Aufruf im Radio hin und erhielt ein zweiwöchiges Training. Danach begleitete ich zunächst erfahrene Freiwillige bei ihren Außendienst-Touren, um in der Praxis zu lernen.

CBM: Auf welche Schwierigkeiten stoßen Sie bei Ihrer Arbeit?

Khwenula Phiri: Am Anfang habe ich die Dorfältesten, die Kirchenleiter und Parteiführer aufsuchen und manchmal lange "bearbeiten" müssen, damit ich die betroffenen Familien besuchen durfte! Der Glaube, dass die Geburt eines Kindes mit einer Behinderung das Ergebnis eines Fluches sei, war weit verbreitet. Manch einer braucht auch Mut, sich einer Reihenuntersuchung zu stellen, denn noch immer laufen z.B. Gerüchte um, dabei würden den Menschen die Augen ausgekratzt.

CBM: Was ist Ihr wichtigstes Handwerkszeug?

Khwenula Phiri: Zeit zum Reden. Zeit, immer wieder Überzeugungsarbeit zu leisten, dass Behinderung keine Strafe Gottes ist, dass sie nicht Verzicht bedeuten muss auf Mobilsein und Ausbildung, auf Freunde und selbstständiges Leben. Und Zeit, um Mut zu machen, dass Eltern und Betroffene Hilfe suchen und nicht zu schnell aufgeben, wenn sich Hindernisse auftürmen.

CBM: Was gefällt Ihnen am besten an Ihrer Arbeit?

Khwenula Phiri: Ich versäume es nie, die Operierten bei ihrer Rückkehr in Empfang zu nehmen. Es ist wunderbar, wenn die Leute, die dich bisher nur an der Stimme erkannt haben, dir ins Gesicht sehen und sagen: "So siehst du also aus!" Dieser Lohn wiegt alle Beschwernisse auf.
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