Gedanken zum Monatsspruch Januar 2012 von Helen Sinkinson

Dem Weg folgen, den Gott bestimmt hat

Porträt einer Frau
© CBM
Helen Sinkinson, ursprünglich aus Cambridge, England, arbeitet im Finance and Corporate Development Department von CBMeV als Koordinatorin von strategischen Projekten. Davor war sie 3 Jahre im Regionalbüro in Bangkok, Thailand, tätig. Insgesamt ist Helen Sinkinson seit 19 Jahren mit der CBM verbunden.
Weise mir, Herr, deinen Weg; ich will ihn gehen in Treue zu dir.
Psalm 86,11 (Monatsspruch Januar aus den "Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine für das Jahr 2012")
Analysen des Jahres 2011 sind allgegenwärtig, während ich diesen Text vorbereite. Auf der globalen Ebene war 2011 voller Katastrophen und Unsicherheiten: Unruhen im Nahen Osten und Nordafrika, Erbeben und Atomkrise in Japan, die weltweite Finanzkrise, terroristische Anschläge und die Hungerkatastrophe in Ostafrika. Auf der persönliche Ebene war 2011 für manche vielleicht auch nicht so einfach, so dass man oft die Frage gestellt hat: "Wie kann angesichts dessen mein Lebensweg aussehen?"

Dann ist es gut, in den Psalmen nachzuschlagen, und für den Jahresbeginn finde ich diesen Monatsspruch sehr passend: "Weise mir, Herr, deinen Weg; ich will ihn gehen in Treue zu dir." 

Der Psalm 86 wurde in einer großen Not geschrieben. Der Autor bangt um sein Leben. Dabei beschwert er sich nicht darüber, wie ungerecht er behandelt wird, sondern er schaut auf zu Gott und lobt ihn. Mitten im Lob lädt er Gott ein, in sein Leben hineinzusprechen. Er hält Gott nicht auf Distanz.  

Der Psalmist lädt Gott also ein, ihm zu sagen, was er tun soll und wie er sich verhalten soll. Es bleibt aber nicht nur bei der Einladung. Es ist ausserdem ein Versprechen, ausgedrückt durch die Worte: "Ich will ihn gehen in Treue zu dir."  Damit sagt er: "Wenn du in mein Leben sprichst, will ich das auch tun, was du mir sagst, und nicht nur meinen eigenen Weg gehen. Selbst wenn ich nicht alles verstehe, will ich das tun, was du mir sagst." 

In seiner Not versucht der Psalmist nicht, die Kontrolle über die Situation zu behalten, sondern gibt sie völlig an Gott ab. Indem er auf Gott schaut, anstatt auf seine Probleme, hat er die Kraft, sein ganzes Sein Gott hinzugeben. Er will diesen Weg "in Treue" gehen. Damit sagt er: "Ich vertraue darauf, dass das, was Gott sagt, richtig ist." Er vertraut vollkommen auf die Güte und Weisheit Gottes, egal was es kosten mag, und will alles dransetzen, dem Weg zu folgen, den Gott für ihn bestimmt hat.  

Vertrauen und der daraus resultierende Gehorsam braucht also Beziehung. Gottes Stimme zu hören und seinen Willen zu erkennen, bedeutet nicht nur reden, sondern auch zuhören. Und damit gilt auch für 2012 die Einladung: Dass wir Gott das Jahr hingeben, dass wir bereit sind, den Weg mit ihm zu gehen, sodass wir sagen können, "Weise mir, Herr, deinen Weg; ich will ihn gehen in Treue zu dir".
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