CHEF ist eine pakistanische Nichtregierungsorganisation, deren Ziel es ist, Menschen mit Behinderungen umfassende Dienste in den Bereichen allgemeine und Augengesundheit sowie Erziehung und Ausbildung verfügbar zu machen. CHEF versteht sich als nationales Forum für Behinderung und arbeitet als Dachorganisation, um Ressourcen aus verschiedenen Sektoren zu kombinieren. Dazu gehören z.B. die Bereitstellung von Dienstleistungen, Personalentwicklung sowie schulische und berufliche Ausbildung.
Augenmedizinische Hilfe
Die augenmedizinische Komponente wird von der CBM seit 2008 besonders in der North West Frontier Province (NWFP) gefördert. Der Bedarf in diesem riesigen, abgelegenen und armen Gebiet ist so groß, dass ein Katarakt- und Trainingsprogramm ins Leben gerufen wurde, an dem vier CBM-Partner beteiligt sind. In Peshawar selbst gibt es eine Hornhautbank und ein Depot für künstliche Augenlinsen (IOL), die den CBM-Partnern und anderen Beteiligten zur Verfügung stehen. Eine Reihe von Augenzentren in verschiedenen Gemeinden der Provinz führen Augenuntersuchungen und Sehschärfebestimmungen durch, versorgen sehbehinderte Menschen mit Hilfsmitteln und überweisen komplizierte Fälle an besser ausgestattete Augenkliniken.
Erfahrung in NothilfeCHEF ist auch Nothilfe-erfahren: seit dem Erdbeben von 2005 ist unser Partner einziger Anbieter augenmedizinischer Dienste in Gemeinden, die im Erdbebengebiet liegen. So unterhält CHEF z.B. Krankenhäuser in Battagram und Bessian. Nach den Kämpfen im Swat-Tal im Sommer 2009 flohen ca. 3,5 Mio. Menschen in den Mardan-Distrikt der NWFP und wurden in Camps und Dörfern ohne jegliche Infrastruktur untergebracht. In der akuten Nothilfe- und der Wiederaufbauphase unterstützte CHEF die Flüchtlinge mit Basisgesundheitsdiensten in Takhtbai und erreicht seitdem ca. 650 Patienten pro Woche.
Nothilfeaktivitäten von CHEF International bei der Flutkatastrophe 2010: Der Partner führte Nothilfemaßnahmen in Takhtbai und in und um Cheena im Distrikt Charsadda, nördlich von Peshawar durch. Keine andere Organisation war dort, wo CHEF arbeitete, aktiv. Die staatliche Gesundheitsversorgung wurde zerstört. In Cheena, einem Dorf mit rund 5000 Einwohnern, wurden drei von vier Schulen zerstört.
Situation in Charsadda:- Geschätzte 70 % der Infrastruktur zerstört
- Schwierige Erreichbarkeit von Dörfern und Städten aufgrund der Zerstörung von Straßen und Brücken
- Durchfallerkrankungen nahmen wegen verschmutzten Wassers zu
- Auch das Gesundheitspersonal im Distrikt war von den Überschwemmungen betroffen
- Bestand an Medizin zerstört oder beschädigt
Der Partner stellte kostenlos medizinische Versorgung für die Bevölkerung des Ortes Takhtbai und des Dorfes Cheena bereit. Dies geschah in den unbeschädigten, höherliegenden Einrichtungen des Partners in Takhtbai (diese Einrichtungen wurden u.a. mit Hilfe der CBM im Rahmen der Hilfsmaßnahmen während der Internally Displaced People 2009 aufgebaut) und in der mobilen Klinik in Cheena, die als Reaktion auf die Überflutung eingerichtet wurde.
Tausende Kranker erhielten kostenlos medizinische Versorgung. Es wurden zum Beispiel Hautinfektionen, Lungen- und Augenleiden behandelt. 60 Prozent der Patienten waren Frauen und Mädchen, rund die Hälfte Kinder und Jugendliche. Ein psychologischer Berater behandelte traumatisierte Menschen.
Wasserversorgung und LebensmittelverteilungNach einer Prüfung der Wasserversorgung in Cheena und umliegenden Dörfern stellte CHEF Wassertanks mit Filtern auf, um die Bewohner mit Trink- und Nutzwasser zu versorgen. CHEF verteilte auch Lebensmittel an die Bevölkerung Cheenas und des Nachbardorfs. Dabei wurde u.a. eng mit den Dorfältesten zusammengearbeitet, die Listen von besonders bedürftigen Familien zusammenstellten. CHEF führte eine Bedarfsanalyse im Distrikt Charsadda durch, um Daten für die nächsten Hilfsphasen zu erhalten.
Mittel- und langfristige Hilfe in Cheena und Umgebung:
- Wiederaufbau von Häusern
- Entsorgung von toten Tieren
- Immunisierung
- Wiederaufbau von Schulen
- Renovierung zerstörter Gesundheitszentren (Basic Health Units) und einer sekundären Gesundheitseinrichtung
- Verbesserung der Lebensgrundlage der betroffenen Menschen, insbesondere auch von Menschen mit Behinderungen
- Bereitstellung von Gesundheitsversorgung: Grundversorgung, Mutter-und-Kind-Betreuung, Psychosoziale Betreuung, Augenmedizin, Ohrenmedizin sowie Bereitstellung von Hilfsmitteln für Menschen mit Behinderungen.
Neubauten sollen barrierefrei seinSchritt für Schritt erweitet der Partner die Hilfe. Dazu gehört der barrierefreie Wiederaufbau der zerstörten Schulen. 200 Familien erhielten Unterstützung, um aus ihren zerstörten Häusern eine Unterkunft aufzubauen. 500 Euro kostet eine derartige Unterkunft. 400 Familien erhielten eine Ziege, deren Milch zur Ernährung der Kinder beiträgt.
GesundheitsversorgungDie betroffene Bevölkerung erhielt durch mobile Kliniken Gesundheitsversorgung. Neben medizinischer Grundversorgung standen die Behandlung von „waterborne diseases“, Hygieneinformation, Mutter-und-Kind-Versorgung und psychosoziale Beratung im Vordergrund. Der Partner impfte und stellte lebensrettende Medikamente bereit. Patienten, die nicht in der Einrichtung des Partners in Takhtbai behandelt werden konnten, wurden an sekundäre und tertiäre Klinken überwiesen.
Bei allen Maßnahmen wurde und wird darauf geachtet, dass Menschen mit Behinderungen teilhaben und notwendige rehabilitative Unterstützung erhalten, wie die Bereitstellung von Hilfsmitteln (Rollstühle, Krücken, etc.).