Bolivien: Vertrauen ist wichtig

Grauer Star ist durch eine OP heilbar

Eine Stadtansicht aus der Luft; im Hintergrund ein Berg mit einem Kreuz und weitere Berge.
Wahrzeichen: Der Segen, den die Statue symbolisch spendet, wird in praktische Hilfe umgesetzt.
Foto CBM/Kopp
Kommt man nach Cochabamba, so fällt als Erstes das Wahrzeichen auf dem Cerro de San Pedro ins Auge. Segnend breitet eine Christusfigur die Hände über der Stadt aus. Mit einer Höhe von 40 Metern ist die Statue sogar noch höher als das berühmte Vorbild in Rio de Janeiro.

Das segnende Wahrzeichen kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Land Bolivien und die Stadt Cochabamba zu den ärmsten Regionen Lateinamerikas gehören, die diesen Segen bitter nötig haben. Aber man sollte nicht nur auf die Armutsstatistiken schauen, denn bei genauem Hinsehen finden sich auch Lichtblicke. So verfügt die Provinz Cochabamba über ein Blindheitsverhütungsprogramm, das von der Klinik Cuschieri getragen wird, die mit Unterstützung der CBM arbeitet.

Der Segen, den die Christusstatue der Stadt symbolisch spendet, wird hier in praktische Hilfe umgesetzt. Über 80 Prozent der Patienten, die im Hospital behandelt werden, gehören zu den Ärmsten der Armen und verfügen nicht über die Mittel, eine medizinische Behandlung bezahlen zu können.


Ein Arzt steht vor einer Gruppe wartender Patienten.
Überzeugend: CBM-Augenarzt Dr. Barrionuevo im Warteraum der Klinik von Cochabamba/Bolivien.
Foto CBM
Als Erstes das Vertrauen gewinnen

Noch vor sechs Jahren wurden hier nur wenige Operationen am Grauen Star durchgeführt. "Viele Menschen wissen gar nicht, dass zum Beispiel der Graue Star operiert werden kann. Man muss ihnen erst bewusst machen, dass ihre Blindheit kein Schicksal ist, sondern geheilt werden kann", erklärt Edgar Barrionuevo.

Der bolivianische Augenarzt begann vor vier Jahren, für die CBM im Hospital Cuschieri zu arbeiten. Seither hat er sich mit Erfolg darum bemüht, die Zahl der Augenuntersuchungen und der Star-Operationen stetig zu erhöhen.

Früher wurden die Eingriffe häufig nicht gut durchgeführt, weswegen viele Menschen Angst hatten und sich nicht am Grauen Star behandeln lassen wollten. "Wir mussten erst wieder das Vertrauen der Menschen gewinnen. Dazu haben wir in den Dörfern des Umlands die Dorfältesten aufgesucht, also Vertrauenspersonen für die Menschen, die wir erreichen wollten, und haben diese von unserer Arbeit überzeugt", erläutert Dr. Barrionuevo die Strategie.

Ein Arzt und eine ältere Patientin beim Augentest.
Augenlicht gerettet: Die Operation von Catalina war erfolgreich!
Foto: CBM
Nah an den Menschen

Dr. Barrionuevo stammt selbst aus einfachen Verhältnissen und spricht neben der Landessprache Spanisch auch Quechua. Einst die Sprache der herrschenden Inka, wird das Quechua heute vor allem von der verarmten indianischen Bevölkerung gesprochen. Die Kenntnis dieser Sprache ermöglicht es Dr. Barrionuevo, direkt mit den Menschen zu sprechen, denn für viele ist die offizielle Amtssprache Spanisch eine Fremdsprache.

So wie für Catalina Serminos, die nur ihren indianischen Dialekt spricht. Sie war über sechs Jahre lang völlig blind und auf die Hilfe ihres Mannes angewiesen. Er musste für sie kochen und sie füttern. Ihr Schicksal ist exemplarisch für das vieler Menschen in armen Ländern, wenn sie im Alter erblinden.

Der Prozess geht schleichend, und immer mehr werden sie von anderen abhängig. Es wird für sie zunehmend schwerer, gegen das Gefühl an zukämpfen, den Angehörigen zur Last zu fallen, unselbstständig oder gar wertlos zu sein.

Aber auch Catalina Serminos konnte der Augenarzt mit einer Operation das Augenlicht zurückgeben. Im Abstand von fünf Monaten operierte er erst das rechte und dann das linke Auge. Für sie war es eine große Befreiung, die Aufgaben des Alltags wieder selbst bewältigen zu können.


Ein Arzt untersucht die Augen eines Mädchens mit einer Apparatur.
Routineuntersuchung: Die kleine Lesley hat häufig Blutungen im Auge.
Foto: CBM
Betreuung vor Ort

Obwohl immer mehr Menschen selbst den Weg zum Hospital Cuschieri finden, wird weiterhin viel Wert darauf gelegt, in der Umgebung nach blinden oder von Blindheit bedrohten Menschen zu suchen. Manche Orte sind so abgelegen, dass die Reise zur Klinik für die Dorfbewohner zu teuer und zu umständlich ist.

"Wenn wir die Leute nicht an ihren Wohnorten aufsuchen und behandeln würden, könnten wir bei Weitem nicht so viele Operationen am Grauen Star durchführen", erläutert Dr. Barrionuevo. Blindheit in Cochabamba zu verhüten ist eben eine Aufgabe, die nicht an der Kliniktür oder der Stadtgrenze haltmachen kann.

Bitte helfen Sie mit!

Helfen Sie Ärzten wie Dr. Barrionuevo, Menschen sehend zu machen! Eine Operation am Grauen Star kostet durchschnittlich 30 Euro, bei Kindern mit Vollnarkose 125 Euro!

Kennwort: Grauer Star
Link: Grauer Star Simulator der CBM
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