Aus dem Krisengebiet Südostasien - 5. November 2009

Mit dem Schrecken leben lernen und mutig weitermachen

Ein Mann im Rollstuhl deutet auf ein zerstörtes Gebäude
Hier stand das Haus, in dem Rommel Abuyen wohnte. Nichts davon ist übriggeblieben.
© CBM
Immer häufiger kommt es zu Naturkatastrophen im südasiatischen Raum. Am 2. November wütete der Taifun Mirinae über Vietnam. Das CBR-Projekt der CBM in Hue blieb - Gott sei Dank! - verschont, obwohl es auch dort zu kleineren Überschwemmungen aufgrund starker Regenfälle kam. Aber wieder kamen fast 100 Menschen dabei zu Tode, weitere werden vermisst.
Nach den Erdbeben in Indonesien
An der Westküste Sumatras (Indonesien) starben bei Erdbeben am 30. September und 1. Oktober  über 700 Menschen, tausende wurden verletzt, über 170.000 Häuser zerstört. Drei CBM-Nothilfe-Teams, bestehend aus ärztlichem Personal und Logistikern, konnten rund 1500 Menschen behandeln und helfen. Jetzt werden Strukturen für eine psycho-soziale Nachbetreuung aufgebaut. Außerdem entwickelt unser Partner in Yogiakarta in einem Pilotprojekt ein umfassendes Ausbildungsprogramm zur Vorbereitung auf Katastrophen.
Mauerreste eines Gebäudes
Ein Bild der Zerstörung: Die Wassermassen rissen alles mit sich.
© CBM
Ein nachdenklich schauender Mann im Rollstuhl, im Hintergrund gestapelte Stühle
Es geht weiter: Das Schulstuhlprojekt braucht einen neuen Projektabwicklungsort.
© CBM
Rückblick: Wirbelsturm auf den Philippinen
Am 26. September fegte der Taifun Ketsana über die Philippinen. Über 240 Menschen verloren dabei ihr Leben, zehntausende ihr Zuhause. Vier CBM-Partner im Katastrophengebiet erreichten bei der Verteilung von Hilfsgütern über 1000 Menschen mit Behinderungen. Z.T. wurden die Projekte unserer Partner schwer beschädigt. Viele der Mitarbeiter mit Behinderungen brauchten selbst Hilfe. Einer von ihnen ist Rommel Abuyen.
Der Rollstuhlfahrer überlebte die die Katastrophe nur knapp. Er arbeitet als Buchhalter in einem CBM-Projekt in Manila und rettete sich bei den verheerenden Überschwemmungen vor wenigen Wochen auf einen Lastwagen. Seine Wohnung wurde komplett zerstört.
Von der Flut überrascht
Als er erschöpft nach einem anstrengenden Arbeitstag zu Bett ging, regnete es nur ein wenig. In der Nacht weckte ihn ein Kollege. Der erzählte ihm aufgeregt, dass die Lagerhalle des Projekts unter Wasser stünde. Und auch Rommels eigene kleine Wohnung, direkt daneben gelegen, war bereits überflutet. Der Taifun Ketsana hatte innerhalb weniger Stunden mit seiner Regenmenge zu einer Katastrophe geführt. Rommel und sein Kollege versuchten ihr Bestes, um Projektmaterialien zu retten. Sie dachten zunächst gar nicht daran, sich selbst zu retten: Akten, Computer, wichtiges Projektmaterial wollten sie in Sicherheit bringen. Aber es war schon zu spät, das Wassser stieg unaufhaltsam.
Knapp dem Tod entronnen
"Wir konnten die Sachen nicht mehr holen, das Wasser war zu schnell. Die Regenmenge fast eines Monats war innerhalb von sechs Stunden gefallen. Wir waren geschockt." So konnten sie nur noch den Strom abstellen und sich dann auf den mit Schulstühlen beladenen Lastwagen in der Projektlagerhalle retten. Hinter dem Gebäude war die Erde weggesackt und ein reißender Fluss entstanden. Das Nachbarhaus, in dem sich Rommels Wohnung befand, fiel in sich zusammen. Alles, was er besessen hatte, wurde von den Sturzbächen hinweggerissen. Erst bei Tag sah er das Ausmaß der Zerstörung. Aber: er hat überlebt!
Mutig weitermachen
Die Tage danach waren geprägt von Aufräum- und Reinigungsarbeiten und dem Versuch, möglichst viel von der Büroausstattung zu retten.Das Haus, in dem Rommel wohnte, wird vorläufig nicht wieder aufgebaut werden. Aber die CBM sucht eine neue Wohnung für ihn und auch einen neuen Ort für die Projektabwicklung, damit Herstellung und Vertrieb der Schulstühle fortgesetzt werden kann und die mitarbeitenden Menschen mit Behinderungen weiter ihr Auskommen haben.
Link: Grauer Star Simulator der CBM
Link: Brailleübersetzer der CBM
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Link: Wissenstest zum Thema Katarakt
Link: Auslegung der Monatsandacht durch Mitarbeiter der CBM
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