Presseinformation zum 17.06.2010

Aufstiegshilfe für Reiter mit Behinderung entwickelt

Jugend-forscht-Sonderpreis der CBM geht an Schülerin aus Bayreuth

CBM-Logo und Text "Jugend forscht - Sonderpreis"
© CBM
BENSHEIM/BAYREUTH. Für Menschen mit Behinderungen kann das Aufsteigen auf ein Pferd zu einer unlösbaren Aufgabe werden. Besonders beim therapeutischen Reiten mit Menschen mit verschiedensten Beeinträchtigungen sind herkömmliche Aufstiegshilfen oft ungeeignet. Eine Schülerin des Richard-Wagner-Gymnasiums Bayreuth erkannte dieses Problem und entwickelte eine multifunktionale Aufstiegshilfe. Dafür erhielt Eva-Maria Stöckmann (15) den diesjährigen Sonderpreis der Christoffel-Blindenmission (CBM) „Innovationen für Menschen mit Behinderung“ der Stiftung „Jugend forscht“ beim Landeswettbewerb in Bayern.
Einfacher Aufstieg für Rollstuhlfahrer
Die sogenannte Hippotherapie ist eine Form des therapeutischen Reitens, also Krankengymnastik mit und auf dem Pferd. Als Ergänzung zur Physiotherapie wird sie bevorzugt bei Menschen mit halbseitigen Lähmungen angewendet, um ein Gefühl für den eigenen Körper zu entwickeln oder die Muskulatur zu stärken. Herkömmliche Aufstiegshilfen werden den Anforderungen verschiedenster körperlicher Beeinträchtigungen nicht gerecht. Die Schülerin setzte sich zum Ziel, ein multifunktionales Gerät zu entwickeln, das möglichst alle Formen körperlicher Beeinträchtigung berücksichtigt. Heraus kam eine auf Vollgummireifen fahrbare, geländegängige Aufstiegshilfe. Das Tableau ist sowohl mit einer Rampe als auch mit einer Treppe versehen. Beide Anbauteile sind abnehmbar und können an verschiedenen Seiten der Aufstiegshilfe angebracht und zum Transport eingeklappt werden. Die neue Aufstiegshilfe ermöglicht es sogar Rollstuhlfahrern, nahezu selbstständig auf ein Pferd zu steigen.
Die CBM freut sich über das Engagement der Erfinderin, die mit ihrer Arbeit Menschen mit einer Behinderung den Alltag erleichtert, und belohnt dies mit ihrem Sonderpreis.  

650 Millionen Menschen mit Behinderungen
Weltweit gibt es über 650 Millionen Menschen mit Behinderungen, die meisten davon leben in Entwicklungsländern. Sie sind viel stärker von gesellschaftlicher Ausgrenzung betroffen als hierzulande, ihre Ausbildungs- und Berufschancen sind denkbar schlecht. Der CBM-Sonderpreis auf Landesebene ist mit 150 Euro dotiert und zeichnet kreative Ideen und Forschungen aus, die helfen Behinderungen zu vermeiden, behinderten Menschen den Alltag erleichtern und zu mehr Chancengleichheit hier und in den Entwicklungsländern beitragen.

Ziel: selbstständigeres Leben ermöglichen
Die CBM ermöglicht Menschen mit Behinderung in rund 1.000 Projekten weltweit ein selbstständigeres Leben. Medizinische Hilfe, Rehabilitation und Integration in die Gesellschaft stehen dabei im Vordergrund, z.B. durch die Unterstützung von Augenhospitälern, Blindenschulen, Förderprogrammen für Hörgeschädigte und Körperbehinderte.
Die CBM ist ein freies Hilfswerk von Christen verschiedener Konfessionen, die der Auftrag verbindet, augenkranken, blinden und anders behinderten Menschen in den armen Ländern zu helfen. 2008 feierte die CBM ihr 100-jähriges Jubiläum.
Nach Landesprämierung folgt Auszeichnung auf Bundesebene  
Nach der Prämierung auf Landesebene haben alle Teilnehmer die Chance, den von der CBM im Rahmen von "Jugend forscht" ausgeschriebenen Bundes-Sonderpreis zu erhalten. Bevorzugt werden innovative Ideen ausgezeichnet, die sich mit den Themen Behinderung und Rehabilitation in Entwicklungsländern auseinandersetzen. Der Preis ist mit 300 Euro dotiert.

Kontakt: Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die CBM-Pressestelle: Ulrike Loos (06251 131-192), presse@cbm.de
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