Heidelberger Schüler im Gespräch mit Bundestagsmitglied

Armut nicht einfach hinnehmen

Ein Mann sitzt an einem Tisch neben einer Frau im Rollstuhl
Eingeladen von Schülern des Heidelberger Helmholtz-Gymnasiums: Bundestagsabgeordneter Lothar Binding und Rika Esser.
© CBM
HEIDELBERG. Dass noch immer mehr als eine Milliarde Menschen in extremer Armut leben, wollten Schülerinnen und Schüler des Helmholtz-Gymnasiums in Heidelberg nicht einfach hinnehmen. Deshalb luden sie den Bundestagsabgeordneten Lothar Binding (SPD) aus ihrem Wahlkreis ein. Sie sprachen mit ihm über die Ursachen der Armut und geeignete Lösungsansätze.
Als Berichterstatter seiner Fraktion für die Entwicklungsausgaben ist Binding Fachmann auf diesem  Gebiet. Mit Rika Esser von der CBM nahm eine weitere Expertin an dem Gespräch teil. Sie ist bei der CBM Teamleiterin für anwaltschaftliche Arbeit und setzt sich als solche für die Gleichberechtigung von Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern ein.
Während Lothar Binding komplexe wirtschaftliche Probleme wie Nahrungsmittel-Spekulationen an der Börse anschaulich erklärte, wies Rika Esser auf die Herausforderungen hin, vor der Nichtregierungsorganisationen beim Kampf gegen die Armut stehen.
Blick in die Zukunft
Die Schülerinnen und Schüler hatten sich zuvor mit unterschiedlichen Armutsdefinitionen, Gründen für die Armut sowie Lösungsansätzen auseinandergesetzt und stellten nun Fragen dazu. Ein Blick auf die Zukunft der UN-Millenniumsziele rundete das Schülergespräch ab. Rika Esser von der CBM ging dabei auch auf die Situation von Menschen mit Behinderungen ein, die von Armut besonders betroffen sind.
Mehr Mittel für Entwicklungszusammenarbeit
Um die Armut nachhaltig zu reduzieren, müssen die Investitionen in die Entwicklungszusammenarbeit bis 2015 auf 0,7 Prozent der Wirtschaftskraft steigen. Das hat Deutschland zusammen mit den anderen Industrienationen seit langem versprochen. Dennoch betrug die deutsche Quote 2010 gerade mal 0,38 Prozent. Als einer von  368 Abgeordneten hat Lothar Binding einen Aufruf zu einem Konsens für die Erreichung des 0,7 Prozent-Ziels unterschrieben.
50 "Leichen" auf dem Bismarckplatz
Bereits am 16. September hatten die Schülerinnen und Schüler des Helmholtz-Gymnasiums mit einem Flashmob auf dem Bismarckplatz für Aufsehen gesorgt:  Im drei-Sekunden-Takt "starben" sie symbolisch und ließen sich auf das Pflaster fallen. Auf diese Weise erinnerten sie daran, dass noch immer alle drei Sekunden ein Kind an den Folgen extremer Armut stirbt. Das Schulprojekt fand im Rahmen der VENRO-Kampagne "Deine Stimme gegen Armut" statt, die von der CBM unterstützt wird.
Die Christoffel-Blindenmission
Die CBM ist eine internationale Entwicklungsorganisation. Sie will die Lebensqualität der ärmsten Menschen dieser Welt verbessern, die behindert sind oder in der Gefahr stehen, behindert zu werden. Derzeit fördert die CBM in 89 Ländern rund 800 Projekte. Die CBM ist Mitglied im Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO) und engagiert sich als solches auch bei "Deine Stimme gegen Armut". Vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (dzi) wird die CBM zu den anerkannten und empfohlenen Spendenwerken gezählt.
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