CBM-unterstützte Kindertageszentren in Port-au-Prince

Weil es den Kindern einfach guttut

Kinder beim Basteln
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Kinder beim Vorlesen
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Kinder eines Kindertageszentrums beim Schreiben
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Ein Junge blickt strahlend in die Kamera
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Porträt von Khalid Paffenholz
Khalid Paffenholz: er koordiniert zurzeit die CBM-Projektarbeit auf Haiti.
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Kinder in Port-au-Prince haben das Schlimmste hinter sich, was man sich vorstellen kann. Sie mussten in ihren jungen Jahren miterleben, wie ihre Welt um sie herum zusammenbrach: Mutter und Vater, Großeltern, Freunde, Schulkameraden, Nachbarn -  auf einmal waren sie nicht mehr da.
Sie haben anhören müssen, wie diese unter dem Schutt begraben nach Hilfe schrien – bis die Stimmen verstummten. Sie standen völlig verzweifelt vor dem riesengroßen Haufen aus kaputten Steinen, der genau dort lag, wo früher einmal ihr Haus stand oder sie zur Schule gingen. Manche reagierten apathisch, manche hysterisch. Sie fanden einfach keine Erklärung.
Kindertageszentren als Oasen für Erdbebenopfer
Dass sie heute wieder lachen können, grenzt angesichts all dieser Erfahrungen fast an ein Wunder. Ein Wunder, an dem die Kindertageszentren der lokalen CBM-Partner wichtigen Anteil haben. Nahe des Stadtzentrums, nur wenige Minuten entfernt vom einstigen Park der haitianischen Metropole, steht eines der bislang vier Zelte. „Wir bauen insgesamt zehn innerhalb des nächsten Monats auf“, erklärt CBM-Landeskoordinator Khalid Paffenholz, „und wollen den Kindern damit ein kleines Stück Kindheit zurückgeben.“ Außerdem erhalten die Eltern wichtige Freiräume: Sie können unbeschwerter zu den Lebensmittel-Verteilaktionen gehen und all die vielen Dinge klären, die in dieser Situation anstehen.
Kimberly kommt täglich und ist begeistert
Auf engstem Raum entstand daher eine wahre Oase für Kinder, in der sie spielerisch lernen, das Erlebte zu verarbeiten. Es ist eine Mischung aus Kindergarten, Grundschule, Sozialtherapie und Essensausgabe. „Ich komme jeden Tag gerne hierher“, erzählt Kimberly völlig begeistert. Sie ist eines von rund 70 Kindern im Alter von 3 bis 16 Jahren. „Hier kann ich malen, singen — und überhaupt haben die Lehrer viele lustige Ideen“. Dabei strahlt die 8-Jährige mit ihren großen Augen, sodass schnell klar wird: Ja, die Kindertageszentren tun einfach gut. Kimberly ist der beste Beweis dafür.
Bei all der Freude, die sie hier erlebt, kann Kimberly auch vieles von dem verarbeiten, was sie hinter sich hat. Dass enge Familienmitglieder plötzlich nicht mehr da sind. Oder dass sie nur sehr schwer gehen kann. Komplizierte Brüche am Unterschenkel – sie musste wie viele andere aus einem zusammengestürzten Haus befreit werden – machen sie zurzeit von Krücken abhängig.
Strahlende Kindergesichter
Manchmal geht es recht turbulent zu, sodass man im rechten Teil des Zeltes, wo die CBM (in Zusammenarbeit mit Handicap International) eine „Antenne“, eine Anlaufstelle für Menschen mit Körperbehinderungen anbietet, sein eigenes Wort kaum versteht. Doch das ist leicht zu ertragen, wenn man in die strahlenden Gesichter der Kinder schaut. Denn in der Regel geht es bei aller Ausgelassenheit äußerst diszipliniert zu. Und das ist bei einem Altersunterschied von bis zu sieben Jahren wahrlich keine Selbstverständlichkeit.
Entwicklung der Kinder motiviert auch Erwachsene
Das ist auch ein Verdienst der Betreuerinnen, die mit viel Einfühlungsvermögen auf die Kinder eingehen. „Wir sehen, wie sich die Kinder Schritt für Schritt weiterentwickeln“, freut sich Beatrice, die für die Koordination der verschiedenen Zentren in ganz Port-au-Prince zuständig ist. Das motiviert natürlich auch die Erwachsenen. Auch sie haben Schreckliches hinter sich, denn es gibt niemanden in Port-au-Prince, der nicht vom Erdbeben betroffen ist und Bekannte oder Freunde verloren hat. Somit gilt auch für sie: „Die Kindertageszentren tun einfach gut.“
"Wir machen solange weiter, wie es nötig ist!"
Wie lange sie von der CBM gefördert werden, ist noch nicht abzusehen. Wenn man bedenkt, dass viele Schulen zerstört wurden, wird es noch eine ganze Weile dauern, bis für die Schülerinnen und Schüler wieder ein einigermaßen geregelter Tagesablauf gewährleistet ist. „Das kann durchaus zunächst einmal sechs Monate dauern“, erklärt Paffenholz. „Wir werden auf alle Fälle solange weitermachen, wie es nötig ist.“ Weil es den Kindern einfach guttut.

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